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Lateinisches Tarockblatt, Fribourg, Faksimile
Beschreibung
Faksimilie eines Tarockblatts in lateinischen Farben vom Typ "Tarot de Marseille" (Trumpf 5: Pape / Trumpf 2: Papesse), welches 1751 von Kartenmacher Claude Burdel in Fribourg hergestellt wurde. Das Faksimile wurde von Hafeninspektor Yves Reynaud in Marseille in Zusammenarbeit mit Grafiker Wilfried Houdouin 2015 anhand von Aufnahmen des Origianl-Kartenspiels in der Sammlung des Musée des civilisations de l'Europe et de la Méditerranée MuCEM in Marseille hergestellt.
Das Spiel in den lateinischen Farben Bâtons (Stäbe), Épées (Schwerter), Coupes (Kelche) und Deniers (Münzen) umfasst in allen vier Farben die vier Figurenkarten Roy (König, K), Reine (Königin/Dame, D), Chevallier (Ritter, C), Valet (Diener, V) und je zehn Zahlwertkarten (X bis I) sowie zusätzlich 21 feste Trümpfe (XXI bis I) und die Excuse (Le Mat).
Die römische Ziffer von Trumpf 12 ist nicht seitenverkehrt. Bei der Bâtons 8 ist eine der beiden römischen Zahlwerte seitenverkehrt. Die Coupe 1 zeigt einen Kelch mit Phönix, die Coupes 4 einen Phönix mit zwei Posaunen und die Coupes 2 das Wappen des Königs von Frankreich mit zwei Posaunen. Die Münzen auf den Deniers zeigen drei Lilien. Beim Valet de Deniers steht die Beschriftung seitlich rechts. Die Färbung ist auffallend kräftig.
Die Rückseite zeigt braune Strahlenkreuze und Punkte auf weissem Grund.
Claude Burdel (*1727 - †1799) kam als Sohn eines Schmieds in Anse bei Villefranche-sur-Sâone in Frankreich zur Welt. Von 1739 bis 1745 machte er in Lyon eine Lehre in der Werkstatt des Kartenmachermeisters Melchior Vianey. 1749 zog Burdel in die Schweiz, wo er sich 1751 in Fribourg als Kartenmachermeister niederliess. Im selben Jahr schuf er, erst 24jährig, dieses Tarockblatt. Dessen reicher Dekor mit Blumen und Trompeten ist typisch für Schweizer Spielkarten dieser Epoche. Burdel wurde 1771 als Bürger in Fribourg aufgenommen.
Das Spiel mit der Nummer 2628/3000 ist in einer Kartonschachtel und einem Faksimilie eines Spielumschlags von Claude Burdel verpackt, dessen Original sich ebenfalls im MuCEM in Marseille erhalten hat. Dazu gibt es zwei Karten mit Beschrieb in Deutsch und Englisch.
Datierung
2015
Material / Technik
Rasterdruck auf Karton
Maße
Höhe x Breite : Karten: 11.7 x 6.4 cm
Klassifikation
Künstler*innen
Hersteller/in: Yves Reynaud (*1956), Herausgeber
Hersteller/in: Claude Burdel (1727 - 1799), Kartenmacher
Inventarnummern
2015.0037.01-78
Inschrift
Signatur: Denier 2: " CLAUDE ° BURDEL ° CARTIER ° ET ° GRAVEUR ° 1751 "
Trumpf 7: " CB "
Coupes 2: " C / B "
Beschriftung: Trümpfe: " XXI / ·LE·MONDE·, XX / ·LE·IVGEMENT·, XVIIII / ·LE·SOLEIL·, XVIII / ·LA·LVNE·, XVII / ·LESTOILLE·, XVI / ·LA·MAISON·DIEV·, XV / ·LE·DIABLE·, XIII / ·TENPERANCE·, XIII, XII / ·LE·PENDV·, XI / ·LA·FORCE·, X / LA·ROVE·DE·FORTVNE, VIIII / ·LERMITE·, VIII / ·IVSTICE·, VII / CB / ·LECHARIOR·, VI / ·LAMOVREVX·, V / ·LE·PAPE·, IIII / ·LEMPEREVR·, III / ·LIMPERATRISE·, II / ·LA·PAPESSE·, I / ·LE·BATELEVR·"
Excuse:·" LE·MAT·"
Bâtons: " ROY·DE·BASTON, REYNE·DE·BASTON, CAVALLIER·DEBASTON, VALET·DEBASTON·, X, VIIII, VIII / IIIV, VII, VI, V, IIII, III, II "
Épées: ·" ROY·DESPEES·, ·REYNE·DESPEE·, CAVALLIER·DESPEE, ·VALET·DESPEE·, X, VIIII, VIII, VII, VI, V, IIII, III, II "
Coupes: ·" ROY·DE·COVPE·, REYNE·DE·COVPE·, CAVALLIER·DE·COVPE, VALET·DE·COVPE, C / B "
Deniers: ·" ROY·DE·DENIER·, REYNE·DE·DENIER.·, CAVALLIER·DEDENIER·, ·VALET·DE·DENIER, CLAUDE ° BURDEL ° CARTIER ° ET ° GRAVEUR ° 1751 "
Spielumschlag: " CARTES FINES FAITES PAR CLAUDE BURDEL / MAITRE CARTIER PRIVILEGIE DE LEURS / SOUVERAINES EXCELLENCES DE FRI- / BOURG. DEMEURANT A LA RUE DES / HOPITAUX DEVANT. "



































































































































































