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Kapitelschrank des Dekanats Buchsgau

Beschreibung
Archivschrank des Dekanats Buchsgau von 1791. Das Möbel ist vierteilig aufgebaut: Der unterste Teil (2018.0180.1) ist ein mit einer konkav geschwungenen Doppeltüre verschliessbarer, dreispaltiger Schubladenstock mit 14 Schubladen (5/4/5), teilweise rot gefasst. Die Schubladen wurden wahrscheinlich im frühen 20. Jahrhundert mit Emailleschildern beschriftet: "Niederbuchsiten / Oberbuchsiten / Oensingen // Ramiswil / Welchschenrohr / Wolfwil // 1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6 / 7 / 8". Der Teil darüber (2018.0180.2) ist als Sekretär ausgestaltet mit aufwändig furniertem, kappbarem Schreibdeckel, zwei Schubladenreihen mit vier Schubladen unten und drei oben. Darüber zwei Tablare. Die äussersten Schubladen der unteren Reihe besitzen orginales Nussbaumfurnier und dürften aus der Entstehungszeit des Möbels stammen. Die übrigen Schubladen sind jünger. Mittlere Schublade mit Emailleschild: "Kapitel Buchsgau": Inneres mit Ausnahme der neueren Schubladen rot gefasst. Die Aussenseite des Schreibdeckels zeigt das Wappen des Dekanats Buchsgau (Neuenburg/Kyburg, viergeteilt). Der dritte Teil (2018.0180.3) ist ein mit einer konvexen Doppeltüre verschliessbarer dreispaltiger Schubladenstock mit 12 Schubladen (4/4/4), rot gefasst. Die Schubladen wurden wahrscheinlich im frühen 20. Jahrhundert mit Emailleschildern beschriftet: "Balsthal / Egerkingen / Fulenbach // Gänsbrunnen / Härkingen / Herbetswil // Holderbank / Kestenholz / Laupersdorf // Matzendorf / Mümliswil / Neuendorf". Auf der Innenseite der rechten Türe: "Kaptiel Buchsgau". Unten ein Ausschub mit zwei Zugringen als Ablagefläche. Das oberste Teil (2018.0180.4) in Form eines konvexen Gesprenges weist ein zentralen Schrank mit Türe und seitlich je zwei Schubladen auf. Gegen oben Bogen als Abschluss, darunter furniertes Baujahr 1791. Tannenholz mit aufwändigem Nussbaum-Furnier auf den drei sichtbaren Aussenseiten sowie auf der Innenseite des Schreibdeckels und zwei Schubladen. Wappen des Dekanats auf der Aussenseite des Schreibdeckels: In doppeltem Furnierband ovaler, viergeteilter Wappenschild mit den Wappen der Grafen von Neuenburg-Nidau (in Rot Pfahl gesparrt von Schwarz und Gold) und von Neu-Kyburg (in Rot goldener Rechtsschrägbalken begleitet von zwei schreitenden, goldenen Löwen) unter halbem Lorbeerkranz. Darüber als Wappenzier zwei Vögel über Merkurstab und Köcher mit Pfeilen über 8 Blüten. Das Wappen bezieht sich auf Anna von Neuenburg-Nidau, Ehefrau von Hartmann III. von Neu-Kyburg, und ihren Sohn Egon II. von Neu-Kyburg, die am 1. April 1400 dem Dekanat Kirchensatz und Kirchengut von Fulenbach geschenkt haben. Drei der originalen Schlüssel zum Abschliessen der vier Türschlösser sind vorhanden. Jener des Sekretärs (2018.0180.2) fehlte bei der Übernahme. Der Schrank hatte keinen festen Standort und wechselte jeweils in jenes Pfarrhaus, dessen Pfarrer Dekan war. Dies erklärt den vierteiligen Aufbau, welcher den Transport des Schranks stark vereinfacht. Der letzte Standort des Schrank war das Pfarrhaus in Mümliswil.
Datierung
1791
Material / Technik
Nadelholz, darüber aussen aufwändiges Nussbaum-Furnier.
Maße
Höhe x Breite x Tiefe : Gesamt: 237.5 x 116.0 x 67.5 cm Höhe x Breite x Tiefe : 2018.0180.1: 78.0 x 116.0 x 67.5 cm Höhe x Breite x Tiefe : 2018.0180.2: 57.5 x 109.5 x 58.5 cm Höhe x Breite x Tiefe : 2018.0180.3: 58.5 x 107.5 x 52.0 cm Höhe x Breite x Tiefe : 2018.0180.4: 43.5 x 96.5 x 40.5 cm
Künstler*innen
Auftraggeber/in: Dekanat Buchsgau
Inventarnummern
2018.0180.1-4
Inschrift
Beschriftung: (2018.0180.1): "Niederbuchsiten / Oberbuchsiten / Oensingen // Ramiswil / Welchschenrohr / Wolfwil // 1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6 / 7 / 8". (2018.0180.2): "Kapitel Buchsgau" (2018.0180.3): "Balsthal / Egerkingen / Fulenbach // Gänsbrunnen / Härkingen / Herbetswil // Holderbank / Kestenholz / Laupersdorf // Matzendorf / Mümliswil / Neuendorf // Kapitel Buchsgau" (2018.0180.4): "1791"