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Laborzubehör: Präzisions-Gärungs-Saccharometer

Beschreibung
Präzisions-Gärungs-Saccharometer a.) Kartonbox Die Box ist unterteilt in 3 Fächer. Mehrere Etiketten auf der Box. Auf dem Deckel das weisse Haupt-Etikett: "Verbessertes Präzisions-Gärungs-Saccharometer (grosses Modell) für unverdünnte Urine nach Dr. Th. Lohnstein. Jeder Apparat wird unter persönlicher Kontrolle des Erfinders und des Apothekers Noffke hergestellt. "Dr. Lohnstein": W. Z. No. 73 015 "Noffke": W. Z. No. 146 853 D.R.G.M. No. 119 945 v. 20. 6. 1899. "Dr. Lohnstein" W. Z. No. 73 015.". Darüber ein längliches Etikett mit dem Druck: "Original Apparat. Hauptglasteil (Kugel-U-rohr) und Quecksilbermenge sind von dem Erfinder Dr. Lohnstein genau justiert; die einzelnen Teile des Apparates werden nach Angaben des Erfinders von der Fa. Heinr. Noffke & Co. zusammengestellt." Links und rechts war je ein Garantie-Siegel-Etikett, beide zerrissen.". Auf der Vorderseite der Box is ein weiteres Ettikett: ""Dr. Lohnstein" W.Z. No. 73 015.". Auf der Innenseite des Deckels sind verschiedene Sachen geschrieben (teils per Etikett, teils per Stempel oder Bleistift/Filzstift): "20/56", "Hydrargyrum 165 gr.", "P. Nr. 4", "D. R. G. M. No. 119 945 v. 20. VI. 1899.", ""Dr. Lohnstein W. Z. No. 73015." b.) Kugel-U-Rohr Quecksilber in einem U-Rohr mit einer Reservoir-Kugel. Oberhalb des Quecksilber-Reservoirs mit einem Glaspfropfen verschlossen. Die andere Öffnung mit einem Korkzapfen verschlossen. c.) Skala Bedrucktes Papier auf ein Holz geklebt, um an das Kugel-U-Rohr zu setzen, und den Quecksilberstand ablesen zu können. d.) grosse Pipette Der Gummi ist so hart, dass die Pipette nicht mehr verwendet werden könnte (lässt sich nicht zusammendrücken). Unterhalb des Gummis ist ein kugelförmiges Reservoir im Glas. e.) kleine Pipette Der Gummi ist so hart, dass die Pipette nicht mehr verwendet werden könnte (lässt sich nicht zusammendrücken). f.) Gewicht Aus Metall. Wird auf das Quecksilber-Reservoir gestellt. g.) Schatulle Aus Aluminium, fest verschlossen. h.) Gebrauchsanweisung Aus Papier, eine A4 Seite gefaltet, vorne und hinten bedruckt. Titel: "Anweisung zum Gebrauche des Präzisions-Gärungs-Saccharometers für unverdünnte Urine mit Quecksilber-Indikator. Von Dr. Theodor Lohnstein. (Nachdruck verboten.)". Der Text: "Die beigegebene Quecksilbermenge - ihr Gewicht ist auf der Innenseite des Kartondeckels verzeichnet - wird vollständig bei beiderseits offenem Rohr in den Apparat gegossen. Zum Zweck einer Zuckerbestimmung verreibt man in einem passenden Gefäss (z.B. einem Einnehmegläschen) ein Stück Presshefe mit dem 2-3fachen seines Volumens gewöhnlichen Wassers zu einem Brei. Von dem zu untersuchenden Harn (bezw. der sonstigen zuckerhaltigen Flüssigkeit) bringt man darauf mit der dem Apparate beigegebenen Messpipette die durch den Eichstrich abgegrenzte Menge auf die Oberfläche des Quecksilbers in der Kugel. (Über die Handhabung der Pipette vgl. S. 3, Nr. 3.) Nachdem man alsdann die Pipette durch Ausspritzen mit gewöhnlichem Wasser von den zurückgebliebenen Harnresten befreit hat, gibt man mit ihr 2 bis 4 Tropfen (0.1-0.2ccm) des Hefebreis zum Urin. (Man versäume nicht, durch mehrmaliges Hindurchziehen von Wasser nachher die Hefereste aus der Pipette zu entfernen.) Man bringt nunmehr den Stöpsel, nachdem man ihn mit dem den Apparaten beigegebenen Dichtungsmittel bestrichen hat, auf den Hals der Kugel, so dass das seitlich an ihm befindliche Loch und die entsprechende Öffnung am Halse der Kugel übereinander zu liegen kommen. Jetzt setzt man die Skala auf das Rohr des Apparates, indem man die an ihrem oberen Ende befindliche Hülse über das obere Ende des Messrohrs schiebt, und stellt fest, ob die Kuppe der Quecksilbersäule in der Höhe der Nulllinie der Teilung steht oder nicht; in letzterem Falle bringt man sie durch geringes Neigen des Apparats zum Einspielen - sollten sich die Löcher etwa mit dem Dichtungsmittel verstopft haben, so durchsticht man sie (zur Herstellung der Kommunikation mit der Aussenluft) mit einer feinen Nadel, einem zugespitzten Streichholz oder ähnlichem - und dreht darauf, während sich der Apparat noch in geneigter Stellung befindet, den Stöpsel, so dass die erwähnten Löcher am Kugelhalse nicht mehr koinzidieren; denn während der Gärung muss die Kommunikation mit der Aussenluft aufgehoben sein. Auf den Stöpsel bringt man endlich das den Apparaten beigegebene Gewicht. - Man überlasst nun den Harn im Apparate der Gärung entweder bei Zimmertemperatur, oder aber man setzt, da der Ablauf des Prozesses dadurch erheblich beschleunigt wird, den Apparat einer Temperatur von 32-38°C aus; auch bei hohen Zuckergehalten ist die Gärung dann meist in 3-4 Stunden beendet. Falls man nicht über einen Brütschrank verfügt, stellt man dazu den Apparat am einfachsten in ein Wasserbad, das man sich leicht aus einer Kasserole mit Dreifuss herstellen kann, die durch einen Finkenerschen Gasbrenner oder mangels einer Gaseinrichtung durch ein unterzustellendes Nachtlämpchen (Öl-Nachtlicht oder sogenannter "Petroleumkerze" mehrere Stunden auf 32-38°C gehalten wird; man braucht dazu nur ein für allemal die richtige Entfernung der Flamme vom Boden der Kasserole auszuprobieren). Die Skala nimmt man vorher natürlich ab. Das Wasserniveau in der Kasserole soll nicht höher sein als das Niveau des Quecksilbers in der Kugel zu Beginn der Bestimmung. Ist die Gärung zu Ende, was man daran erkennt, dass die Quecksilbersäule in dem Messrohr nicht mehr steigt, so kühlt man den Apparat wieder auf die Temperatur ab, bei der er gefüllt wurde, indem man die Kasserole mit entsprechend temperiertem Wasser füllt und den Apparat auf einige Minuten hineinbringt. Zur Ablesung enthält der Apparat auf dem abnehmbaren Rahmen zwei Skalen, von denen die eine für 20°C, die andere für 35°C gilt. Die Skalen geben für die kleineren Zuckergehalte direkt die Fünfzigstel-Prozente an und lassen durch Schätzung des Standes der Kuppe zwischen den einzelnen Teilstrichen noch bequem die Hundertstel-Prozente erkennen; für die Prozentgehalte von 2% an sind sie in Zehntel-Prozente geteilt, und man kann daher auch im Bereich dieser höheren Werte die Zuckergehalte bis auf 1/20% bequem feststellen. - In den meisten Fällen wird man sich nach vorheriger Abkühlung des Apparates ohne merklichen Fehler mit der Ablesung an der rechten, für 20°C gültigen Skala begnügen können; will man genauer verfahren, so geht man folgendermassen vor: sind p20 und p35 die Ablesungen an den beiden für 20°C und 35°C gültigen Skalen und ist t die vorher gemessene Temperatur, bei welcher der Urin in den Apparat gefüllt und auf die er nach Ablauf der Gärung wieder abgekühlt wurde (also nicht etwa die Gärungstemperatur!), so ist der wirkliche Prozentgehalt: p = p35 + (((p20 - p35) / 15) * (35 - t)) Nach Beendigung einer Bestimmung hat man den Urin aus dem Apparat zu entfernen. Zu dem Ende dreht man langsam den Stöpsel, bis die Löcher am Kugelhalse wieder übereinanderstehen; das Quecksilber stellt sich dann in beiden Schenkeln des Apparates auf das Anfangsniveau ein. (Unvorsichtiges Entfernen oder zu schnelles Drehen des Stöpsels hat man zu vermeiden, weil bei grösseren Druckhöhen der Quecksilbersäule infolge der zu plötzlichen Druckverminderung Teile des Quecksilbers verspritzen würden.) Darauf löst man den Stöpsel und geht in die Kugel mit einem Wattebausch oder einem mehrschichtigen Stück hydrophilen Verbandstoffs von passender Grösse ein, um von diesem den hefetrüben Harn einsaugen zu lassen. Man spritzt dann noch ein- oder zweimal den Raum über dem Quecksilber in der Kugel mit gewöhnlichem Wasser - auch Spülung unter der Wasserleitung ist angängig - aus und wiederholt danach die Prozedur mit dem Wattebausch. Ist dies geschehen, so ist der Apparat für eine neue Zuckerbestimmung wieder gebrauchsfertig, ohne dass man das Quecksilber aus ihm vorher zu entfernen und nachher von neuem hineinzufüllen braucht. Der Innenwand des Messrohrs etwa anhaftende Quecksilberreste werden mit Hilfe einer Federpose oder eines armierten Watteträgers nach unten geschoben und so zur Vereinigung mit der Hauptmasse des Quecksilbers gebracht. Nach öfterem Gebrauch unterwirft man zwecksmässig durch Ausgiessen des Quecksilbers den Glasteil des Apparates einer Reinigung mit heisser Sodalösung." Anschliessend sind noch einige Hinweise notiert. i.) Hinweiszettel "Beim Gebrauch der Pipette hat man folgendes zu beobachten: Man drückt den Gummischlauch zusammen, taucht die Pipette in den Urin ein; jetzt lässt man mit dem Druck nach und saugt sich der Urin auf. Beim Abmessen kommt es darauf an, dass man den Gummischlauch möglichst nur soweit zusammendrückt, dass der Urin gerade bis zum Eichstrich oder nur etwas darüber steigt. Durch vorsichtiges Drücken auf den Gummischlauch entfernt man den etwa zuviel aufgesogenen Urin, bis die Pipette genau 0.5cmm enthalt, entfernt den letzten Tropfen an der Spitze der Pipette, indem man nochmals die Pipette etwas in den Urin eintaucht und bringt diese 0.5ccm Urin sofort auf das Quecksilber in der Kugel, indem man den Gummi wieder zusammendrückt."
Datierung
1922 - 2021
Material / Technik
Glas, Metall, Holz, Quecksilber, Karton, Gummi, Papier, Kork
Maße
Box Länge: 28.3 cm Box Breite: 12.7 cm Box Höhe: 6.4 cm
Inventarnummern
2020.1377.a-i