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Accord und Verding
Umb
das Steinerne Haus Werckh
Zuem Vorhabenden Gebaüw
Uff dem Gueth Laurentin
Beschreibung
Dreiseitiger Bauvertrag zwischen Franz Heinrich von Stäffis-Molondin und dem Baumeister Jean Fortier, sowie verschiedenen Handwerksmeistern, über den Neubau des Schlosses.
Der Vertrag behandelt den Umfang des Bauvorhabens wie etwa Abstände, Dicke von Mauern, wo Türen etc., genauso wie Höhe der Bezahlung, Modalitäten bei Verzögerungen im Zeitplan sowie die Busse, wenn ein zu Verfügung gestellter Stein schlecht behauen wird.
Der Titel des Dokuments befindet sich auf der Rückseite.
Datierung
Produktion: 20.04.1726
Material / Technik
Tinte (Feder) auf Papier (wohl Büttenpapier)
Maße
Höhe x Breite : 33.5 x 21.0 cm
Klassifikation
Inventarnummern
2022.0005.01
Inschrift
Beschriftung: Accord und Verding
Umb
das Steinerne Haus Werckh
Zuem Vorhabenden Gebaüw
Uff dem Gueth Laurentin
Zue wüssen Seÿe hiermit, das uff heüt Endsgemelten
Dato in Nahmen des Hochgeachten Wohl Edel gebohrnen
Gestrengen Herren, Herren Gub. Frantz Heinrich von Stäfis Zue
Mollondin der Aelteren Räthen Lobl. Statt Solothurn Wegen vor
habenden Gebäuw uff Seinem Gueth Laurentin ob dem so
genanten fegetz zwüschen h. Jean Fortier Bauw Meisters Eines-
danne Mr. Joseph Spreng, Mr. Christian Keller, Mr. Wilhlem
Keller, Mr. Heinrich Keller, Mr. friderich Gassmann, Mr.
Jacob Schnätz den gr_ossen, Mr. Jacob Schnätz den Kleinen, und Mr.
Urs Grimm Sambtliche Maurer und steinhaüwer
Meistere Allhier Ueber das Zue bedeütem Gebaüw Nothwendig Steinerne hauw Werckh Ein Verding Unnd Accord
getroffen Worden, gestalten, Wie volget.
Erstl ichen die Creützstöckh betreffend, So Sollen die Undere
von Seithen des Spazierplazes Vierzechen französische schuch
hoch, und fünf Schuch breit im L iecht haben.
Die Jenige, So gegen der Statt So Wohl, als gegen dem
hoof ober Windshalb, Sollen haben in der höche Zwölf
schuch, und Neün Zoll, Und in der breite fünf Schuch.
Die fünf Undere Creützstöckh aber bergshalb, in der
höche Zechen schuch und Siben Zoll, in der breite fünf schuch.
Die fünf Mittlere bergshalb Sollen haben in der höche Sechs
schuch, und in der breite fünf Schuch.
Die Acht Zechen obere Creützstöckh Sollen haben in der höche
Acht schuch und drey Zoll, in der breite aber fünf schuch
Die Zweÿ porten uff Seithen des Spaziergangs und hoofs
seyn a parte Zue verdingen.
Die Gewänd dannethin belangend, Sollen Selbige so Wohl
uff Seithen des Spazierplazes, als gegen der Statt, und dem
hoof ein schuch in der breite, und Siben Zoll in der dickhe haben,
mit ihren vorgstellen und Bänckhen; die Gewänd aber
bergshalb Neün Zoll in der breite, und siben Zoll in der dickhe,
vorstellig gleich den Anderen.
Es Sollen auch Alle Gewänd * oben her Vier Zoll tief gegen
der m itte gewölb oder bogensweis gehauwen Werden, Alles
nach formb der Ihnen Uebergebnen Models, Worinnen so Wohl
das Hauswerckh ob den Creützstöckh, als Under den bänckhen
derselbigen biss uff die Courte begriffen seyen solle.
*der undern Creützstöckhen
Ihnen gedachten Meisteren Solle hingegegen Von Jedem Obbe-
deüter Creützstöckhen So Wohl klein als grossen bezahlt
Werden in gelt Sechs Cronen Unnd Zechen batzen Solothurner;
Umb die Eckh- Unnd Uebrige stein, an der Courte Rustique
Und ob dem fundament von jedem Schuch dreÿ batzen.
Von dem obersten HausWerckh aber Under dem Tach, So
ein Schuch tief in die Maur hineingehen, unnd Ein
Schuch vorstelIig seÿn, auch mit der Schnur Alles Seinen
Umbkreisen nach, So man Sechen mag gemessen Werden
soll, per Jeden Schuch Vier batzen.
Uebriges grosse Quader - Und Bauw Werckh aber, So uff
der Seithen gegen der Statt ob dem Ersten fundament
bis Zue Anfang des bauws Erforderlich, So Wohl als die
fenster oder heiterlöcher, sambt Einer porten, uf Welcher
Ein klein fenster, Welches Wie auch die heiterlöcher
obenher gewölbsweis gehauwen Seÿn Soll, belangend,
solle von jedem Schuch ins geviert bezahlt werden Sechs
Creützer.
Beÿ Welchen aber vorbehalten worden, das, jm fahl bemelter
Meister die Sambtl iche Zue diserem bauw Nothwendige
Creützstöckh Unnd Stein bis zu End Nechst Khünftigen
Monats Octobris nicht gehauwen, gerüstet, und die bereit
schafft haben werden, Selbigen an Jedem Creützstockh
Zwen Thaler abgezogen, auch das Jenige, So nicht
Sauber gehauwen Zueseÿen Erachtet werden möchte, nicht
Angenehmen, Unnd bezahlt Werden Solle. *
* Under dessen aber und bis dahin mit dem HauwWerckh also continu-
irt werde, das Uebrige Maurer mit Ihrer Arbeit nicht versaumbt
werden
Zuem Verhalt dessen dann Zweÿ gleichlauthende
verding - und Accord Schriften verfertiget, Von beÿd Seÿthi-
gen Partheÿen Underschriben, JedWelcher Eine Zue handen
uberlassen worden. Beschechen den 20. Aprilis Ao 1726
Von Stäffis Zu Mollondin
H. Halbeÿsen Not Publ.
Das es kein Maengel mit dem
hauwwerckh solle faelen; und das
die maurer ihr arbeit können für
machen.
Meist er Joseph Spreng Christian Keller
Joseph Sehnetz der alt Wilhelm Keller
Joseph Sehnetz der Jung heinrich Keller
fridrich Gassman
Carlÿ Gassman








