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Kachelofen aus dem Kloster St. Urban

Beschreibung
Kachelofen, Steckborn, signiert und datiert: "Daniel Meyer, Haffner in Steckborn 1732", bunt bemalt. Füllkacheln: Gründer des Kloster St. Urban, die Gebrüder Ritter und Barone von Langenstein 1148 und Arnold von Kapfenberg 1192, Vogelschauansichten des Klosters in den Jahren 1615, 1630, 1669 und 1732, Landschaften. Kranzschild: Wappen von Robert Balthasar von Luzern, Abt von St. Urban 1726-51 (Nachfolger des Malachias Glutz-, vgl. die Wappen in der St. Urbankapelle in Solothurn in der Hinteren Gasse). Lisenen, Frieskacheln und Frieslisenen: Medaillons mit Landschaften mit Staffage. Der Kachelofen war ursprünglich ein Buffetofen in einer Nische im Kloster St. Urban. Er hatte also eine andere Erscheinung und ist nur teilweise erhalten. Seine heutige Form erhielt er bei seiner Umplatzierung Ende des 19. Jahrhunderts. Der Kachelofen wurde von Abt Robert Balthasar (1674-1751, Abt: 1726-1751) für die Klosteranlage in St. Urban in Auftrag gegeben. Der Kachelofen wurde von Daniel Meyer signeirt. Nach Margirt Früh (Steckborner Kachelöfen des 18. Jahrhunderts, 2005) handelt sich sich dabei wohl um Daniel III / IV / V. Die zum Ofen gehörende Signaturkachel 1990.380 weist darüber hinaus auch noch die Signatur von Maler Heinrich Kuhn aus Rieden auf. Diese Kachel war Dr. Karl Frei, Konservator am schweizerischen Landesmuseum in ZH, offensichtlich unbekannt, als er schreib: "Bemalte Steckborner Keramik des 18. Jh.", "der Erbauer dieses Ofens war wohl Daniel III. (7.12.1674- 31.9.1736); die Bemalung wird von Frei dem Maler Rud. Kuhn (1706- 1756) Hchs aus Rieden b/Wallisellen" zugeschrieben. Im Jahr 1732 gab es 5 Ofenbauer D.M. i/St, in: Mitteilungen des Antiquar. Ges. in ZH Bd. XXXI Heft 1. Der Ofen stand ursprünglich in der Klosteranlage von St. Urban, zusammen mit zwei weiteren Öfen aus Steckborn (Früh 2004: Nr. 16 und 19). Auf Plänen von St. Urban bei der Übernahme durch den Kanton Luzern sind zwei Nischen mit Öfen verzeichnet, die als Buffetöfen interpretiert werden können, von denen es sich beim einen um unseren Ofen handeln könnte. Baumeister Johann Michael Beer von Blaichten (1700-1767) sprach in einem Breif von einer massstäblichen "Muschel", die er für die Hafner anfertigte, damit sie den Ofen planen konnten. Damit könnte einer dieser Nischen gemeint sein. Die erhaltenen Teile unseres Ofens liessen sich durchaus zu einem Buffetofen ergänzen. Um 1870 wird der Ofen nach Solothurn ins Wallier-Haus neben dem Hotel Krone gelangt sein. Um 1924 wurde der Ofen an die Gurzelngasse 20 in das "Haus Tugginer" verschoben. 1972 wird er dort abgebaut und im März 1973 durch Hafnermeister P. Lenz und Hafner Charles Steiner aus Bern in der Veranda des Blumenstein wieder aufgebaut. Beim Abbau wurde die Signaturkachel 1990.380 mit dem Malernamen zusammen mit den Innenteilen des Ofens weggeworfen, dort von Markus Hochstrasser im Bauschutt entdeckt und von diesem 1990 ans Museum Blumenstein verkauft. Im Jahr 2014 wurde der Ofen als Dauerleihgabe dem Kanton Luzern übergeben. Am 5./6. Februar 2015 wurde der Ofen auf Kosten des Kantons Luzern von Gregor Origoni, Hafner in Büron, aus der Veranda des Blumensteins ausgebaut und in die Klosteranlage von St. Urban überführt, wo er als museales Exoponat in seiner ursprünglichen Form wieder aufgebaut wird. Vgl. Margrit Früh 2005: Steckborner Kachelöfen des 18. Jahrhunderts, S. 289.
Datierung
1732
Material / Technik
Keramik
Maße
Höhe x Breite x Tiefe : 264.0 x 146.0 x 68.0 cm
Künstler*innen
Hersteller/in: Daniel Meyer (1674 - 1736), Hafner / Ofenbauer Hersteller/in: Heinrich Kuhn (1706 - 1756), Maler
Inventarnummern
1972.0006
Inschrift
Signatur: Daniel Meyer. Haffner in Steckborn. 1732 Beschriftung: Luitoldus et Wernherus cum Fratre Hermano Ulirco Equite Barones de Langenstein primi Fundatores Monry in Rotha Ao: 1148 positi: quibus AcceSsit Ao: 1192 Nobilis Arnoldus de Kapffenberg Subministrans Fundum Huc Translati Monastery Sti: Urbani.