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Ambassadorenscheibe de Sillery
Beschreibung
Ambassadorenscheibe de Sillery: Glasgemälde. Stiftung durch König Heinrich IV. von Frankreich durch seinen Ambassador Nicolas Brulart de Sillery an das Kapuzinerkloster in Solothurn, erneuert 1702 durch den Ambassador Roger B. de Sillery, restauriert 1902 von Ad. Kreuzer (Ergänzung des oberen Stückes). Die Wappenscheibe besteht aus zwei, aus verschiedenen Jahrhunderten stammenden Bestandteilen. Das Mittelrund stellt das mit zwei Ordensbändern umkreiste königliche Wappen von Frankreich dar, dem Schild mit drei goldenen Lilien im blauen Felde, überrragt von der mit Demanten und goldenen Lilien verzierten, reich geschmückten Königskrone. Zu beiden Seiten des Hauptschildes als stehende Figuren sieht man links das Bild Karls des Grossen, die Kaiserkrone auf dem Haupt, in einem Harnisch der Zeit der Entstehung des Bildes. Über der Schulter hängt der violette, mit Lilien übersäete Königsmantel. In der Rechten trägt er das emporgehobene Schwert, mit der Linken hält er den kreuzgeschmückten Herrscherglobus empor. Unten steht die Legende "S(anctus) Carol(us) Magn(us) Fran(corum) Rex et Rom(anorum) Imp(erator). Rechts steht die Figur König Ludwigs des Heiligen in rotem, goldverbrämtem, bis fast an die Knie reichenden Rock und grünem Wams. In der Rechten hält er das goldene Zepter, in der Linken ein Zepter mit goldener Lilie, um das gekrönte Haupt glänzt ein reich verzierter Nimbus. Auch ihm hängt der violette Königsmantel, mit Lilien übersät, von der Schulter. Unten die Legende: "S(anctus) Lodovic(us) Fran(corum) Rex". An kranzartigen Ketten, die kreisrund um den königlichen Lilienschild auf funkelnd rotem Gewandgrunde angebracht sind, hängen zwei Ritterorden, St. Michael und vom hieligen Geist.Links unter dem Bilde Karls des Grossen ist das Brulart-Wappen angebracht, als Helmzier dient ein goldener Greif. Darunter in Kartusche die Inschrift: "N. Brularius a Sillery Henrici IVti Christ(ianissimi) Francor(um) et Navarr(ae) Regis Sacro in Consistorio Consiliarius et apud Helvetos Rhaetos que Legatus MVCXCIII"
Der übrige, untere Teil der Scheibe gehört dem Jahre 1702 an und ist im Stile dieser Zeit gehalten. Er wurde durch ein späteren Gesandten der gleichen Familie angefügt. Da ist ein zweites ovales Brulart-Wappen, mit zopfiger Randung. Zwei Hindinnen als Wappenhalter. Zwischen beiden Wappen sind verschiedene Kriegstrophäen, Kanonen, Schild, Fahnen, Trommeln, angebracht. Die rechte Seite ist mit Trophäenfragmenten und Figurenköpfen ausgefüllt. Unten rechts die Inschrift: " Rogerius Brulart Eques Marchio De Puyzieulz et de Sillery, Gubernator Hüningae, Gubernator et supremus Praefectus Spernaci, Ludovici XIV. Regis Christianissimi Exercituum Locum tenens generalis et sacrae suae Regiae Majestatis apud Helvetios et Valesios P(ro) T(empore) Orator a. MDCCII " Zwischen beiden Inschriften ein kleineres Brulart-Doppelwappen, mit Gewehrläufen umstrahlt, darüber eine Trophäe.
Glasmaler vermutlich Hans Jakob Bucher in Sursee, tätig um 1670 bis um 1707. Meisterzeichen J.B. ( für die Zutaten von 1702). H.Lehmann, Geschichte der Luzerner Glasmalerei (1941), S. 223
Datierung
1593 / 1702
Material / Technik
Schwarzlot, Silbergelb, blaues und grünes Email
Maße
Höhe x Breite : 137.0 x 100.0 cm
Klassifikation
Künstler*innen
Inventarnummern
1990.0101
Inschrift
Beschriftung: "S(anctus) Carol(us) Magn(us) Fran(corum) Rex et Rom(anorum) Imp(erator)." "S(anctus) Lodovic(us) Fran(corum) Rex". : "N. Brularius a Sillery Henrici IVti Christ(ianissimi) Francor(um) et Navarr(ae) Regis Sacro in Consistorio Consiliarius et apud Helvetos Rhaetos que Legatus MVCXCIII"
Rogerius Brulart Eques Marchio De Puyzieulz et de Sillery, Gubernator Hüningae, Gubernator et supremus Praefectus Spernaci, Ludovici XIV. Regis Christianissimi Exercituum Locum tenens generalis et sacrae suae Regiae Majestatis apud Helvetios et Valesios P(ro) T(empore) Orator a. MDCCII "











