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Porträt von Raymond de Durfort-Léobard, Erzbischof von Besançon
Beschreibung
Porträt von Raymond de Durfort-Léobard (10. August 1727 - 19. März 1792), Erzbischof von Besançon (9. Mai 1774 - 19. März 1792).
Der Erzbischof sitzt in purpurnem, reich mit Spitzen geziertem Ornat auf einem Fauteuil in einer Bibliothek vor einer Säule mit drapiertem Vorhang. In der Linken hält er einen ledergebundenen Folianten und in der Rechten sein Birett.
Der aufwändig gestaltete Rahmen hat oben eine Wappenkartusche mit dem Wappen von Raymond de Durfort unter den Insignien eines Erzbischofs und unten eine weitere, mit Girlande geschmückte Kartusche mit seinen Initialen RD.
Raymond de Durfort traf als Folge der Französischen Revolution am 21. Juni 1791 als Exilant in Solothurn ein, wo er Wohnsitz im Blumenstein nehmen konnte, da dieses seiner Nichte Johanna Maria Nikolea de Durfort-Léobard gehörte (1955.0080, 1955.0087).
Raymond de Durfort verstarb im Blumenstein am 19. März 1792, fünf Uhr morgens.
Offenbar war der Winter 1791/92 hart und das Blumenstein für einen Winteraufenthalt wenig geeignet. De Durfort sass dort daher meist in einem Sessel vor dem Cheminée:
Besson, M. l'Abbé 1868: Oraison funèbre de Mgr de Durfort, archevêque de Besançon, S. 53:
"On dit que l'hiver suivant fut dur et rigoureux. Le château de Blumenstein n'ayant pas été construit pour un séjour d'hiver, ne fournissait guère le confort nécessaire à un veillard qui commençait un nouveau genre de vie. En voyant le salon qui lui servait comme unique chambre de demeure, dans laquelle il n'y a pas de poêle, mais seulement une cheminée, on est étonné d'apprendre que Mgr de Durfort y passa tout l'hiver, étant ordinairement assis en face de la cheminée et ayant des couvertures sur les épaules et au dos."
Am 21. März 1792 wurde der balsamierte Leichnam von de Durfort in einer Prozession vom Blumenstein zur feierlichen Abdankung in der St. Ursenkirche getragen und anschliessend in der Gruft der Jesuitenkirche beigesetzt. Sein Herz wurde im Chor des Klosters Visitation separat beigesetzt, wo es sich heute noch befindet.
Am 11. Mai 1868 wurden die sterblichen Reste de Durforts von der Jesuitenkirche nach einer weiteren Abdankung in St. Ursen nach Besançon in die Gruft der Erzbischöfe überführt.
Das Porträt von Raymond de Durfort war in den 1920er Jahren nachweislich noch im Blumenstein. Eine Foto im Album von Lucie Hüsler-Hirt (2014.1099) zeigt das Porträt an der Südwand im Schlafzimmer EG08 hängend. Eine Foto im Album von Fritz Hirt (2022.0001) zeigt es möglicherweise am selben Ort. Eine weitere, hochwertige Foto im Hausarchiv (2022.0029.31) zeigt es wahrscheinlich ebenfalls im Schlafzimmer EG08 hängend. Diese Foto wurde auf der Rückseite in der Handschrift von Mathilde von Glutz-Pfyffer von Heidegg mit folgendem Text beschriftet:
"Montsegneur Raymond
de Durfort
archeveque de Besancon
mort au (Laurentin)
Blumenstein à Soleure Suisse
appartinent à sa
nièce Mme Estavayer
Hauteur du portrait ([ ]
pas signé) avec cadre et [ ]
1 m . 87 cm largeur avec cadre
1 m. 39 cm.
Hauteur sans cadre 1.48
larg. sans cadre 1 m. 14
Le portrait est en depot au
musée des Beau Arts à Neuchatel
par ordre de l'heritier J. de Glutz
Ruchty. [ ] de [ ] cece
à sa femme M de Glutz-Ruchty
7me [ ] [ ] à
Pau B Pyrenées"
Ob das Portrait bereits von Raymond de Durfort 1791 von Besançon nach Solothurn mitgenommen wurde oder später ins Blumenstein kam, ist nicht klar. Wann es ins MahN gelangte und wann und wie es von dort weitergereicht wurde, ist ebenfalls noch nicht erforscht. Offenbar wurde es schliesslich verkauft.
Am 15. November 2003 gelangte das Porträt als Los 01162 in eine Auktion im Kunsthaus Lempertz. Das Auktionshaus schrieb das Porträt dabei Jean Valade (1709-1787) zu.
Am 25. September 2021 ersteigerte Milan Pajović aus Novi Sad das Porträt bei Scheublein in München als Los 521. Das Auktionshaus war sich dabei nicht mehr im Klaren, wer auf dem Porträt dargestellt ist. Zudem bot das Auktionshaus das Bild ohne seinen Rahmen an. Milan Pajović musste diesen separat ankaufen, was erst nach einigem hin und her gelang. Es ist somit das Verdienst von Milan Pajović, dass das Bild und sein Rahmen nicht getrennt wurden.
Milan Pajović identifizierte die auf dem Porträt dargestellte Person aufgrund des Wappens rasch als Raymond de Durfort und kontaktierte im Zuge seiner Recherchen zur Provenienz des Bildes am 31. Oktober 2022 das Museum Blumenstein. Nach längerer Korrespondenz bot Milan Pajović das Porträt schliesslich dem Blumenstein zum Kauf an. Nach einem positiven Ankaufsbeschluss durch die Fachkommission überbrachte Milan Pajović das Porträt am 4. September 2023 persönlich ins Museum Blumenstein.
Datierung
nach 1774
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Maße
Höhe x Breite : ohne Rahmen: 146.0 x 114.0 cm
Höhe x Breite : mit Rahmen: 182.0 x 139.0 cm
Klassifikation
Künstler*innen
dargestellte Person: Raymond de Durfort-Léobard (10.08.1725 - 19.03.1792)
Inventarnummern
2023.0452
Inschrift
Beschriftung: auf unterer Rahmenkartusche:
RD









