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Kelch

Beschreibung
Spätrenaissance-Kelch von Chorherr Rudolf Engel. Feinziselierte, zierliche Arbeit von ungewöhnlicher Qualität. Sie ist allerdings nur fragmentarisch vorhanden, da Knauf und Kuppa samt Körbchen 1925 durch den Luzerner Goldschmied Ruckli neugeschaffen worden sind. Sechspassfuss; über breitem Rand flache Zarge mit geflügelten Engelsköpfen in feiner Treibarbeit. Am Karnies Besitzer- Inschrift: "RVDOLPHVS ANGELVS CANONICI SOLODORENSIS". Über dem Karnies tropfenförmige Buckelfelder mit figürlichen Treibarbeiten: vorne in Rollwerkkartusche redendes Besitzerwappen (Engel mit Kelch) samt Jaherszahl 1623; daneben im Uhrzeigersinn die getriebenen Brustbilder folgender Heiligen: Barbara, Märtyrin mit Schwert, Katharina, Caecilia. In den Zwickeln an Zarge und Trompenansatz (nachträglich?) aufgelötete Kügelchen.Erneuerter Stiel und Kuppa sind den Stilvorgaben des Fusses angeglichen: kugeliger Nodus und Kuppa in durchbrochenem Körbchen mit reichen figürlichen Treibarbeiten. Der ornamental und figürlich schön gestaltete Fuss kann zweifelsfrei dem Meister mit der Marke Nagel auf dem Dreiberg ("Meister mit dem Silbernagel") in Zug zugeschrieben werden. Dessen nächst verwandte gemarkte Arbeit findet sich bei fast identischer Fussgestaltung im Kelch von Chorherr Wolfgang Gibelin von 1624 im St. Ursen- Domschatz in Solothurn (Nr. 36). Beide Arbeiten weisen- ohne Stilverspätung!- die typischen Elemente der Übergangszeit der Spätrenaissance auf (u.a. noch letzte Anklänge an Beschlägwerk). Ungemarkt; zuzuschreiben dem Zuger Goldschmied mit der Marke: Nagel auf Dreiberg (Spitznagler von Menzingen?)
Datierung
1623
Material / Technik
Silber, vergoldet, getrieben, gelötet, graviert, ziseliert
Maße
Höhe x Durchmesser : 20.0 cm Durchmesser : 14.5 cm Kuppa : 8.5 cm
Künstler*innen
Inventarnummern
2003.0088
Inschrift
Signatur: Ungemarkt; zuzuschreiben dem Zuger Goldschmied mit der Marke: Nagel auf Dreiberg (Spitznagler von Menzingen?) Beschriftung: RVDOLPHVS ANGELVS CANONICI SOLODORENSIS, 1623