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Deckel des Schausargs des Katakombenheiligen Candidus
Beschreibung
Deckel des Schausargs des Katakombenheiligen Candidus aus dem Kloster Namen Jesu. Der Deckel verhinderte die Sicht auf den Heiligen. Er wurde nur an Festtagen entfernt. Drei Leinwandgemälde sind in den Deckel integriert. Zusammen mit dem seitlichen Bild auf dem Schausarg liefern sie folgendes Bildprogramm:
Im Gemälde links verweigert Candidus vor einer Königin die Anbetung einer Götze in der Hand eines Priesters. Im Gemälde rechts wird Candidus vor dem Götzenbild und vor den Augen der Königin geköpft. Im zentralen Gemälde ist der Heilige im Himmel und kümmert sich um die Anliegen von Solothurnerinnen und Solothurnern aller sozialen Stände.
Auf dem Schausarg seitlich ist Candidus in der Gesellschaft von Urs und Victor über der Stadt Solothurn dargestellt.
Die Ausführung folgte sehr genau der "Beschreÿbung, wie der hl. Leib khönte gefasset werden" (Klosterarchiv Namen Jesu M318 III), welche den Schwestern von Namen Jesu als Grundlage für die Fassung des Heiligen diente:
"Der eüssere Dekhl, mit welchen vorn her der Hl. Leib an Werkhtägen be-
dekhet wird.
I. Ist das gehaüss oder Verdekhung, in welchen die Himmelfart des Heiligen,
den die auf erden herumkhnüende pfleg-khinder anrueffen.
II. Die Vorstellung vor dem Richter, und Gezenpfaffen [=Götzenpfaffen], wo
die Gezen von den Altären fallen.
III. Sein Todt und Marter beÿ eröffnetem Himmel unter dem Schwerdt.
IV. Seÿend 4 geschnizlete, gefasste Engelein, deren der erste den palm und
Lorber, der andere Strikh und Streitkholben, der dritte Rueth und Gaissl,
der 4te Schwerdt und Ketten halten.
V. Seÿnd 2 Saülen aus Brett, so khönen mit Aufspehrung eines Schlossrigels
eröffnet und herausgenommen werden sambt denen mit eingeschlossenen
Bilderen. Das eüssere gemähl und fasswerkh khan aus Marmetfarb,
oder mit Goldt gefasset werden. Der Grundris ist diser von der Sarch etc."
[...]
II. Auf dem Gemähl, in welchen der Hl. Candidus vor dem heÿdnischen Richter
Stehend, und mit denen Gezenpfaffen disputierend vorgestellet wird, khö-
nen dise Wort aus der Hl. Schrift geschriben werden: Bonum certamen cer-
tavi: Ich hab meinen guethen Streith gestritten.
III. Auf dem anderen Gemähl, wo die enthaubtung des Hl. Und dessen Marter
abgebildet wird, khönen dise Wort geschriben, und also in dem vorig ange-
fangenen text fortgefahren werden: Curhum consumavi ?, ich hab meinen
Lauff vollendet.
I. Auf dem Gemähl entlich in der mitten, wo die Himmelfahrt des Heiligen mit
einer von einem Engel dargebottenen Krohn vorgestellet wird, khan der an-
gefangene Text mit disen gleich darauff folgenden Worten geschlossen
werden: in reliqua reposita est mihi corona justitiae. Übrigens ist mir die
Krohn der Gerechtigkheit vorbehalten, alles zur grösseren Ehr Gottes." (M318 III).
Datierung
nach 1741
Material / Technik
Holz, farbig gefasst, teilweise vergoldet, Leinwand, Ölfarbe
Maße
Höhe x Breite x Tiefe : 151.0 x 212.0 x 63.0 cm
Klassifikation
Künstler*innen
Inventarnummern
2009.0001.2
Inschrift
Beschriftung: [Gemälde links:]
[in Spruchbanner:]
Ich habe einen guetten Kampff gestritten
2. ad Thim 4
[Ausspruch der Königin:]
?
[Ausspruch von Candius:]
?
[Gemälde in der Mitte:]
[in Spruchbanner:]
mir ist vorbehalten, die Crohn der gerechtigkeit
2 ad Thim 4.
[in Kartusche:]
IHS
[Auf Karte in der Hand eines Putto:]
Fiat.
[Auf Karte:]
gewinn
eines procehs.
[Auf Karte:]
gesundt=
heit.
[Auf Karte:]
brott.
[Auf Karte:]
Glückhseeliges
sterbstundtlin
[Gemälde rechts:]
[in Spruchbanner:]
den Lauff hab ich vollentet 2 ad Thim 4
[auf Fahne:]
SPQR
[Ausspruch von Candius:]
?
[In Kartusche:]
Kostbahr
Ist der dodt
seiner ?
vor dem ange=
sicht des Herren
p:3 ii5
[Auf dem seitlichen Bild am Schausarg:]
[in Spruchbanner:]
Wir haben ein gesellschaft zu samen Joan. I





