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Benediktussegen

Description
Benediktussegen in eine Tonscherbe gepresst. Benediktuskreuz, Ton, geprägt, in Form eines Quadrates, ohne Öse. Der Benediktussegen und Zachariassegen sind eine Segensformel, die seit dem 17. Jahrhundert als Schutz- und Heilmittel dient. Längsbalken: CSSML (Crux sacra sit mihi lux – „Das heilige Kreuz sei mein Licht“). Querbalken: NDSMD (non draco sit mihi dux – „Nicht der Drache sei mir Führer“). VRSNSMVSMQLIVB (Vade Retro Satana, Nunquam Suade Mihi Vana, Sunt Mala, Quae Libas: Ipse Venena Bibas – „Weiche zurück Satan, führe mich niemals zur Eitelkeit. Böse ist, was du mir einträufelst: trinke selbst dein Gift“). In den vier Kreuzwinkeln findet sich: CSPB (Crux Sancti Patris Benedicti – „Kreuz des heiligen Vaters Benedikt“). Rückseite Zachariassegen: " Z / DIA - BIZ / HGF - BFRS / IHS - MRA Der Legende nach brach während des Konzils zu Trient im Frühjahr 1547 eine Pest aus, woraufhin der Hohe Kirchenrat eine Buchstabenfolge in Form eines Kreuzes sammelte, womit die Pest vertrieben werden konnte. Diese Anordnung der Buchstaben stammte vom heiligen Zacharias. Lange Zeit als abergläubisch verworfen, erfreute sich der Zachariassegen in der Volksfrömmigkeit immer größerer Beliebtheit und konnte sich bis in das 19. Jahrhundert erhalten. Die Wiedergabe des Segens erfolgte mit eben 25 Zeichen (18 Buchstaben + 7 Kreuzchen). In ihm ist noch etwas von einem Geheimcharakter zu spüren. Je unverständlicher die Zeichen waren, desto mehr glaubte man an die magische Wirkung. Besonders die geheimnisvolle Abkürzung des Segens durch Buchstaben auf Amuletten galt schon als Voraussetzung für seine schützende Zauberkraft. Seine 25 Schriftzeichen sind die Satzanfänge von lateinischen Gebetsversen, die alle gegen die Pest ausgelegt werden. Der Zachariassegen ist also ein Pestsegen. + DIA + BIZ + Z + SAB + Z + HGF + BFRS So lautet die vollständige Inschrift, die auf dieser Seite des Medaillons verkürzt als Zauberformel dargestellt ist. Die Bedeutung von nur zwei Buchstaben soll beispielhaft vollständig erklärt werden, da sich alle anderen Verse ausnahmslos demselben Thema, nämlich der Pestabwehr, zuwenden. - Der erste Buchstabe D zum Beispiel steht für den Psalm: Deus, deus meus, expelle pestem a me et a loco isto et libera me. (Oh Gott, mein Gott, vertreibe die Pest von mir und von diesem Ort und befreie mich.) - Das dritte Schriftzeichen A gilt für den Satz: Ante coelum et terram Deus erat, et Deus potens est ab hanc peste me liberare. (Bevor Himmel und Erde waren, war Gott; und Gott ist mächtig, mich von dieser Pest zu befreien.) Die sieben Kreuzchen stehen allesamt für die Verse, die – wie soll es anders sein – mit dem Wort Crux (Kreuz) beginnen. So enthält das vierte + folgendes Psalmzitat: Crus Christi fuget daemones, aeram corruptum et pestem expellat. (Das Kreuz Christi schlägt die Teufel in die Flucht, es vertreibt die schlechte Luft und die Pest.) Eingewickelt in ein ausgerissenes Stück bedruckter Buchseite.
Dating
17./18.Jahrhundert
Material / Technique
Ton, Papier
Dimensions
Länge x Breite : 2.5 x 2.5 cm
Object-related numbers
2015.0379