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Wahlkugeln für die Ämterbesetzung im Ancien Régime
Description
Wahlkugeln für Losentscheide bei der Besetzung der Ratsstellen und Staatsämter nach der "Prätentionsverordnung" aus dem Jahre 1764.
Die Kugeln kamen zum Einsatz, wenn mehrere Kandidaten in der geheimen Urnenabstimmung mit Wahlpfennigen gleich viele Stimmen auf sich vereinigten. In diesem Falle mussten die Kandidaten der Reihe nach eine Kugel aus einem Sack herausgreifen. Wer die goldene Kugel zog, gewann das Amt.
Das schwarze Holzkästchen enthielt somit Kugeln für die Bestellung für insgesamt sechs Losrunden für je maximal vier Kandidaten.
Laut Ratsmanual von 1811, Seite 990ff., konnten auch mehrere Ämter in einem Losgang vergeben werden: bei Wahlen z.B. von 4 Suppleanten des Appellationsgerichts, wurden so viele Kugeln in einen rot-weissen Sack gelegt, als Ratsherren zur Wahl standen. Von diesen Kugeln waren vier golden und der Rest silberne. Jeder Kandidat musste eine Kugel ziehen. Wer eine goldene zog war gewählt.
Das vorliegende Set an Loskugeln ergänzte die ursprünglich 10 Wahlbeutel mit je 100 Wahlpfennigen für geheime Urnenwahlen mit den Nummern "1" bis "10": 1901.110a+b, 1901.111a-c, 1901.112a-d, 1901.113a+b, 1901.114a+b, 1989.2, 1989.3, 1989.4 und 1938.45a-b.
Für die insgesamt 24 Kugeln werden in einem schwarzen Holzkästchen mit profiliertem Stab Louis XIV verwahrt. Für jede Kugel besteht im roten Lederfutter eine passende Vertiefung. 18 Kugeln sind versilbert, sechs vergoldet.
Dating
1764
Material / Technique
Holz, Metall, Samt
Dimensions
Länge x Breite x Höhe : 22.1 x 15.6 x 4.8 cm
Classification
Artists
Object-related numbers
1938.0046.a-c





