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Kippregel und Bussole

Description
Kippregel und Bussole in Transportbehälter. a) Kippregel, Messing massiv. hersteller eingraviert: " Esser Aarau ". Vertikalkreissegement 180°. b) Kreisbussole. c) Transportbehälters, Holz. Zur kompletten Ausrüstung gehört ein Tischblatt mit Stativ (Planträger). Diopter identsich 1987.13 Die Kippregel (auch Fernrohrlineal, seltener Fernrohrdiopter oder Messtischaufsatz)[1] ist ein historisches Gerät zur Landesvermessung und stellt ein sehr verbessertes Diopterlineal dar, das auch Regel genannt wurde. Diese Bezeichnung leitet sich vermutlich von der französischen Vokabel règle für „Lineal“ ab. Als Werkzeug diente die Kippregel zur zeichnerischen Erfassung von Polarkoordinaten, indem mit ihrer Hilfe die Richtung der aufzunehmenden Punkte eingestellt und markiert wurde. Deren Horizontalwinkel und Distanz wurden stets auf einen Vermessungspunkt bezogen, der sich senkrecht unter dem Messtisch befand und mit Lot und Lotgabel durch pikieren auf den Zeichnungsträger übertragen wurde. Die auf einen Messtisch montierte Kippregel besteht aus einer Säule mit einem beweglichem Fernrohr zur optischen Distanzmessung und einem messingnen Lineal. Der Messtisch ist aus Messtischplatte, Messtischkopf und Stativ zusammengesetzt. Vor der Einführung des elektronischen Tachymeters wurden mit Messtisch und Kippregel tachymetrische Aufnahmen durchgeführt, bei denen Geländepunkte lage- und höhenmäßig polar aufgenommen und gleichzeitig kartiert wurden. Kippregeln konnten mit einer Bussole ausgerüstet sein, was aber vom Stativ des Messtisches, seinen Einzelteilen und der Kippregel antimagnetische Eigenschaften verlangte. Erhalten blieb der Begriff „Messtischblatt“ für die topografische Karte im Maßstab 1:25.000 (TK25), die im Rahmen der Preußischen Neuaufnahme zu Ende des 19. Jahrhunderts erstmals hergestellt wurde. Der Kompass (Plural Kompasse, siehe dazu den entsprechenden Abschnitt; Herkunft: italienisch com-passo = das Um-Schreiten, der Zirkelweg[1]) ist ein Instrument zur Bestimmung einer fest vorgegebenen Richtung, z. B. Himmelsrichtung, Navigations-Kurs, Peilrichtung. Die älteste Ausführung ist die Kimme, die das Anpeilen des Polarsterns bei klarer Nacht erlaubt. Das klassische Gerät ist der Magnetkompass, der anhand des Erdmagnetfelds die Bestimmung der magnetischen Nordrichtung und daraus aller anderen Himmelsrichtungen erlaubt. Andere Ausführungen sind elektronische Kompasse auf Basis von Hall-Sensoren oder Fluxgate-Magnetometern; mit letzteren kann Betrag und Richtung des Erdmagnetfeldes auf ein 1/100.000 des Absolutwerts genau bestimmt werden. Ganz ohne Ausnutzung des Erdmagnetfeldes arbeiten Kreiselkompasse, die aufgrund ihrer Wirkungsweise die Richtung in Bezug auf die geografische Nord-Süd-Richtung und nicht relativ zur Lage der Magnetpole der Erde ermitteln. Ebenfalls ohne Magnetfeld kommen Sonnenkompasse aus. Ein Kompass mit Peilvorrichtung wird auch Bussole genannt. Meist wird dieser Begriff in der Vermessungstechnik für Präzisions-Peilkompasse verwendet, vor allem in Österreich und Italien wird aber auch der einfache Marschkompass so genannt.[2]
Dating
1. Hälfte 19. Jahrhundert
Material / Technique
Messing, Holz
Dimensions
Länge x Breite x Höhe : a) 44.0 x 5.0 x 17.0 cm Länge x Breite : b) 12.0 x 12.0 cm Länge x Breite x Höhe : c) 50.0 x 20.0 x 10.0 cm
Object-related numbers
1987.0112.a-c