Image 1 of 8
Vier Steintrommeln eines der ehemaligen Galgen von Solothurn
Description
Vier Steintrommeln aus Solothurner Stein. Die Trommeln weisen auf der unteren und oberen Fläche verschiedene Vertiefungen auf, die auf Eisenklammern hindeuten. Aufgrund der Fundorte dieser Trommeln (Feldbrunnen, Riedholz, Flumenthal, siehe JBSoG, Band 16, 1943, Seite 191) und der mündlichen Überlieferung dort waren sie Bestandteil von Galgensäulen. Die Fundorte entlang der Baselstrasse legen nahe, die Trommeln dem Galgen vom Galgenrain/Vögelisholz auf Gemeindegebiet von Riedholz zuzuweisen. Allerdings zeigen die drei genauesten Darstellungen dieses Galgens (XXX), dass dieser Ende des 18. Jahrhundert eine Holzkonstruktion in einem von einer Steinmauer umgebenen Richtbezirk war. Dass die Trommeln nicht vom zweiten gesichterten Galgenstandort beim Spitalhof stammen, scheint klar. Offen bleibt die Frage, ob es im Raum St. Kathrinen einen weiteren oder älteren Galgen gab (Skelettfunde 2012) oder ob der Galgen im 16./17. Jahrhundert steinerne Säulen auf wies, ähnlich dem Berner Galgen bei Aarburg.
Die 1942 in Feldbrunnen, Riedholz und Flumenthal inventarisierten fünf Trommeln (JBSoG, Band 16, Seite 191) wurden 1958 in den Garten des Museums Blumenstein überführt (JBSoG, Band 32, Seite 226). Dort haben sich von den fünf im Eingangsbuch erwähnten Trommeln vier erhalten. Von Moos überwachsen wurden sie als profane Sitzgelegenheiten missbraucht. Als Teile eines Galgens waren sie nicht erkennbar. Im Zusammenhang mit der intensivierten Pflege des Blumensteingartens ab 2005 rückten die Steintrommeln wieder ins Bewusstsein. Es war offensichtlich, dass ihnen ihr Standort und ihre Präsentationform nicht gerecht wurden.
Im Jahr 2010 haben wir die vier Trommeln dem Leiter des erneuerten Steinmuseum, Dr. Dieter Bedenig, übergeben, damit er diese dort als Steindenkmal neu aufbauen und vermitteln kann. Die Steintrommeln wurden von Steinbildhauer Till Frentzel fachgerecht gesäubert und im Hof des Steinmuseums als Säule aufgebaut. Diese Installation ermöglicht den Besuchern zusammen mit passenden Bildquellen (Galgen Luzern) die Vermittung des Objekts, wobei allen Verantwortlichen bewusst war, dass die vier Steine nicht unbedingt von der selben Galgensäule stammen:
Alle Bildquellen für den Galgen im Osten Solothurns zeigen eine Konstruktion mit drei Galgensäulen, die mit Balken im Dreieck verbunden waren.
Die Stelle des Galgens im Galgenrain/Vögelisholz wurde 2010 von einem Laien als Folge eines Vortrags von Konservator Dr. Erich Weber in Zusammenhang mit der Überführung der Galgensteine vom Blumenstein ins Steinmuseum entdeckt und teilweise geschändet. Die Kantonsarchäologie hat die freigelegten Strukturen vermessen, dem Laien die ausgegrabenen menschlichen Knochen abgenommen und die Stelle für künftige Untersuchungen wieder eingedeckt (siehe: ADSO, Band 16, 2011, Seite 73).
Dating
17. Jahrhundert
Material / Technique
Solothurner Kalkstein
Dimensions
Höhe x Durchmesser : circa 40.0 x 65.0 cm
Classification
Artists
Object-related numbers
1958.0023.a-d













