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Büchse mit gelber Biberistsalbe

Description
Kunststoffbehälter für "Biwunda", gelbe Biberistsalbe, nach einem Rezept von Anna Maria Wetterwald (1846-1906), die in der "Bluttat von Biberist" am 16. November 1906 ermordet wurde. Die Salbe wurde um 1930 von der Emmen-Drogerie, Kaiser & Co., in Biberist hergestellt, die von Frau B. Kaiser geleitet wurde. Das Logo, gebildet aus den Buchstaben B S und W, steht für Biberist-Salbe von Frau Wetterwald. Das Heilmittel war offiziell durch die IKS registriert. Anna Maria Wetterwald war als "Die Biberister Frau" bekannt. Sie war eine gefragte Naturheilerin, die diverse Salben herzustellen verstand, die sich offenbar als wirkungsvoll erwiesen. Anna Maria Stampfli wurde 1846 in Etziken in eine Bauernfamilie geboren und hatte zwei Schwestern und einen Bruder. Sie heiratete den Bauernsohn Xaver Rötschi von Bolken, der beim Bau der Emmenthalbahn Aufseher war und später Bahnhofsvorstand von Biberist wurde. Als Xaver nach kaum drei Jahren Ehe starb, heiratete sie den Wittwer ihrer verstorbenen Schwester Margaritha, Adolf Wetterwald (23.07.1850-01.12.1901). Die beiden betrieben zuerst die "Krone" in Luberbach und eröffneten später das eigene "Restaurant Wetterwald" in Biberist. Aus erster Ehe brachte Anna Maria die Tochter Betha (07.05.1871-?) in den neuen Bund und Adolf Sohn Josef (1874-?) und Tochter Rosa (11.02.1876-?). Gemeinsam hatten sie einen weiteren Sohn, Walter (05.08.1885-15.04.1963). Anna Maria und ihre Schwester waren schon als Mädchen bekannt für ihre Heilkunde. Diese sollen sie angeblich aus einem Buch bezogen haben, dass ihnen ihre Mutter vermacht hatte und von einem französischen Arzt stammen soll. Sicher ist, dass Anna Maria in ihrer Wirtschaft in Biberist diverse Salben herstellte und viele Mensch damit behandelte. Selber verlor sie ihre Stimme, wegen eines Halsleidens. Sie benötigte einen Schlauch als alternative Luftröhre hatte ihre Stimme verloren. Das hinderte sie aber nicht am Praktizieren. Die "Bluttat von Biberist": Am Freitag Abend des 16. Novembers 1906 blieb Alexander Grossenbacher, Kleinmechaniker von Walterswil, bis Beizenschluss als letzter Gast in der "Wirtschaft Wetterwald". Als Dienstmagd Rosa Stettler ihn zur Türe begleitete, stach er zu. Rosa flüchtete noch ins Schlafzimmer, wurde dort dann aber vom Täter zu Tode gestochen. Anna Maria Wetterwald konnte wegen ihres Halsleidens nicht um Hilfe rufen. Der Täter folgte ihr nach draussen und erstach auch sie. Anna Schläfli und Berta Schor konnten fliehen. Im Haus verblieb einzig der Knabe L. K., der sich unter der Bettdecke versteckte. Grossenbacher durchsuchte das Haus nach Wertsachen, wurde aber nicht fündig und kehrte nachhause zurück. Sein Motiv für die Tat waren fehlende Mittel für seine bevorstehende Hochzeit mit seiner Verlobten. Er wurde noch in derselben Nacht verhaftet und legte ein umfassendes Geständnis ab. Er wurde am 29. November 1906 wegen Mordes, Mordversuchs und Diebstahlversuchs zu einer lebenslanger Zuchthausstrafe verurteilt. Grossenbachers Verlobte machte sich grosse Vorwürfe und musste schliesslich in eine Versorgungsanstalt gebracht werden. Wegen guter Führung wurde Grossenbacher am 7. Oktober 1922 aus der Haft entlassen. Auf der Überfahrt zu Verwandten in Brasilien verstarb Alexander Grossenbacher am 8. November 1922 an Herzversagen auf hoher See.
Dating
um 1930
Material / Technique
Kunststoff
Object-related numbers
2021.0026