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Gemälde: Libertas Helvetiae / Allegorie der Eidgenossenschaft
Description
"Libertas Helvetiae", eine Allegorie der Eidgenossenschaft.
Vor dem Hintergrund einer hochaufragenden Alpenkulisse (hoc natura dedit - die Natur gab dies) und geschützt durch eine Schanzenanlage mit Wassergraben (pax / Domine conserva nos // concordia / res parvae crescunt // libertas / hac reperta vilia cuncta - Friede / Herr bewahre uns // Eintracht / kleine Dinge Wachsen // Freiheit / durch diese kommt alles Hässliche zum Vorschein), stehen 12 Vertreter der 13 Kantone als Allegorie der Eidgenossenschaft um eine Säule, auf deren Kapitell eine Allegorie der Freiheit über offenen Eisenfesseln steht (libertas / hanc nisi periturus nobis adimet nemo / ore sincero et corde intrepido tuta manebit - Freitheit / niemand, will er nicht zugrunde gehen, nimmt uns diese weg / wenn die Rede aufrichtig und das Herz unerschrocken ist, wird sie bleiben).
Links von dieser Szene sind die drei Schwörenden vom Rütli dargestellt (sola unione invicti - allein in der Vereinigung unbezwingbar) und rechts davon Niklaus von Füe (cavete vobis a falsis prophetis - hütet euch vor falschen Propheten [abgeleitet von Matthäus 7,15]).
Die Szene wird ergänzt durch vier Tondi mit Umschriften: Oben links ein von einem Pfeil getroffener Löwe, der versucht, diesen Pfeil mit der Schnauze herauszureissen (non perit inultus - es geht nicht ungerächt unter). Oben rechts eine geschleifte, brennende Lunte, befestigt an einem Hanken an einer festen Mauer (perit sed in armis - wer aber in Waffen untergeht). Unten zwei Allegorieen des "Schweizer Stiers". Links greift der Stier eine Gruppe von drei Männern an (quod modo timebamus - was wir einst fürchteten), rechts wird er von einem Mann am Nasenring geführt (nunc spernimus - verachten wir jetzt). Die unteren beiden Tondi drücken Bedauern über die geschwundene Macht der Eidgenossenschaft aus, während die beiden oberen zur Wehrhafitgkeit aufrufen.
Von aussen blasen aus allen Richtungen Winde auf die Eidgenossenschaft und an der Schanzenmauer nagen Gefahren allegorisch dargestellt als Männer mit Hammer und Meissel ([...] / iuvinile consilium - [unleserlich] / jugendlicher Rat), Spitzhacke (ave enim vescrum / clandistinum odium - sei gegrüsst denn Speise [?] / geheimer Hass) und einem Borer [?] (servite appropinquat / proprium commodum - es naht die Knechtschaft / Eigennutz).
Künstler und Auftraggeber dieses bemerkenswerten Gemäldes sind nicht bekannt. Eine Herkunft aus Solothurn ist aber anzunehmen. Spezifische bildliche Vorläufer dieser Komposition sind unbekannt. Bemerkenswert ist vor allem die Darstellung der Alpen als politische Metapher.
Literatur: Boerlin-Brodbeck Yvonne, Alpenlandschaft als Metapher. Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte, Band 55, 1998.
Dating
1677 - 1678
Material / Technique
Öl auf Leinwand
Dimensions
Höhe x Breite : 84.0 x 102.5 cm mit Rahmen
Höhe x Breite : 76.5 x 94.5 cm ohne Rahmen
Classification
Artists
Object-related numbers
1991.0189













