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Kanontafeln

Description
Kanontafeln, Beschreibung der Funktion siehe unten, gemäss Stadtpfarrer a.D. Paul Rutz. Farbiger Druck mit Vergoldungen, in vergoldeten Rahmen auf schwarzem Poliment, verglast. 1. Grosse Kanontafel Linke Seite 1) Gloria 2) Munda cor 3) Suscipe, sanctae Pater, 4) Offerimus tibi, 5) In spiritu humilitatis Mitte 1) Veni, sanctificator 2) Suscipe, sanctae `Trinitas 3) Qui pridie 4) Simili modo Rechts 1) Credo 2) Supplices te rogamus 3) Placeta tibi Trinitas, Kleine Tafel links Schlussevangelium Joh Kleine Tafel rechts: Deus, qui humanae substantiae (Tropf Wasser in den Wein Gebet) Kleine Tafel links: Lavabo ÜBERSETZUNG FOLGT! Gloria Entstehung In der Geschichte von der Geburt Jesu (Lukas 2) wird erzählt, dass die Engel, nachdem sie den Hirten auf dem Feld die Nachricht vom neugeborenen Messiaskind ausgerichtet haben, Gott gemeinsam verherrlichen (Lk 2,14 EU). Biblische lateinische Fassung Die Worte, welche die Vulgata in der lateinischen Sprache wiedergibt, lauten: „Gloria in altissimis Deo et in terra pax hominibus bonae voluntatis“ In anderen lateinischen Fassungen lautet der Vers: „Gloria in excelsis Deo, et in terra pax hominibus bonae voluntatis“ Bei letzterer Fassung wird Psalm 148,1EU mitgehört, der in der lateinischen Fassung auffordert: „Laudate Dominum de caelis laudate eum in excelsis.“ Deutsche Bibelübersetzung In der deutschen Zürcher Bibelübersetzung lautet dieser Vers: „Ehre sei Gott in den Höhen und Friede auf Erden unter den Menschen, an denen Gott Wohlgefallen hat.“ Hymnus angelicus Weil diese Verherrlichung Gottes von Engeln und von den himmlischen Chören ausgeht, nennt man diese Zeilen des Lukasevangeliums in der kirchlichen Tradition auch Hymnus angelicus, also „Engelhafter Lobgesang“ oder „Engelshymne“. Textentwicklung Diese biblischen Worte des Lukasevangeliums wurden einem beliebten altchristlichen Hymnus vorangestellt, um ihn vor dem Verdikt des Konzils von Laodicea (zwischen 341 und 380) zu bewahren, das alle selbstgemachten Hymnen (Psalmi idiotici) verbot. Der griechische Text findet sich im Codex Alexandrinus des Neuen Testaments aus dem 5. Jahrhundert und hatte seinen Platz im Morgengebet, der Laudes, wie noch heute in der byzantinischen Liturgie. Die älteste Form in lateinischer Sprache findet sich in dem Antiphonar von Bangor aus dem 7. Jahrhundert überliefert. In der damaligen Fassung enthält das Gloria geringe Abweichungen vom heute verwendeten Text; so wurde der Heilige Geist unmittelbar nach der Textstelle Domine Fili unigenite, Iesu Christe genannt und nicht am Schluss. Die heutige Form wurde spätestens im 9. Jahrhundert verwendet. Möglicherweise stammt die Fassung von Hilarius von Poitiers, wie im Mittelalter gelegentlich angegeben. Lateinisch „Gloria in excelsis Deo et in terra pax hominibus bonae voluntatis. Laudamus te, benedicimus te, adoramus te, glorificamus te, gratias agimus tibi propter magnam gloriam tuam, Domine Deus, Rex caelestis, Deus Pater omnipotens, Domine Fili unigenite, Iesu Christe, Domine Deus, Agnus Dei, Filius Patris, qui tollis peccata mundi, miserere nobis; qui tollis peccata mundi, suscipe deprecationem nostram. Qui sedes ad dexteram Patris, miserere nobis. Quoniam tu solus Sanctus, tu solus Dominus, tu solus Altissimus, Iesu Christe, cum Sancto Spiritu: in gloria Dei Patris. Amen.“ Deutsch „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade. Wir loben Dich, wir preisen Dich, wir beten Dich an, wir rühmen Dich und danken Dir, denn groß ist Deine Herrlichkeit: Herr und Gott, König des Himmels, Gott und Vater, Herrscher über das All, Herr, eingeborener Sohn, Jesus Christus. Herr und Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters, Du nimmst hinweg die Sünde der Welt: erbarme Dich unser; Du nimmst hinweg die Sünde der Welt: nimm an unser Gebet; Du sitzest zur Rechten des Vaters: erbarme Dich unser. Denn Du allein bist der Heilige, Du allein der Herr, Du allein der Höchste, Jesus Christus, mit dem Heiligen Geist, zur Ehre Gottes des Vaters. Amen.“ Es handelt sich hierbei um die für die römisch-katholischen Bistümer offizielle Übersetzung ins Deutsche (vgl. Gotteslob, Nr. 354), die in katholischen Gottesdiensten verpflichtend zu verwenden ist. Sie weicht jedoch in zwei Punkten von der lateinischen Fassung ab. Eigentlich müsste der erste Satz lauten: „… den Menschen, die guten Willens sind“ (wörtlich: „den Menschen guten Willens“). Anstatt „Sünde der Welt“ müsste der Plural „Sünden der Welt“ stehen. Diese Übersetzung findet sich auch noch in der deutschen Ausgabe des Missale Romanum von 1962. Im deutschsprachigen Raum wurde der Text jedoch im Zusammenhang mit der Liturgiereform Ende der 1960er-Jahre geändert, obwohl sich die lateinische Fassung nicht geändert hatte. Vor allem von konservativen Theologen und Geistlichen wird die neue Übersetzung als tendenziös kritisiert. Aufgrund des nach katholischer Überzeugung dem Lehramt der verantwortlichen Bischöfe geschuldeten Gehorsams halten sich jedoch auch die meisten Kritiker an die neue Fassung. Ausnahmen bestehen etwa bei der Priesterbruderschaft St. Pius X. und der Priesterbruderschaft St. Petrus, die beide die Heilige Messe in lateinischer Sprache feiern. Das Gloria in der Liturgie In der frühen Christenheit war das Gloria zunächst kein fester Bestandteil der Heiligen Messe. Der Hymnus war nur Teil bestimmter Liturgien, wie der Papstmesse. Dann wurde er Bestandteil von Bischofsmessen – Bischöfe wurden aufgrund ihrer höheren Weihen den Engeln ähnlicher gesehen und durften deshalb den Engelsgesang singen. Sie wandten sich dazu dem Volk zu, nach dem Hymnus wieder dem Altar. Das Gloria durfte hingegen bis ins 12. Jahrhundert von einfachen Priestern nur an Ostern und am Tag ihrer Priesterweihe gesungen werden. Nach dem Liber Pontificalis sei das Gloria von Papst Telesphorus als fester Bestandteil in die Messe eingefügt worden. Dies erscheint eine sehr frühe Datierung zu sein; dennoch kann man daraus schließen, dass es spätestens um 530, als das Liber Pontificalis entstand, bereits fester Bestandteil der Liturgie der abendländischen Christen war. Nach dem Liber Pontificalis sei der Gebrauch des Gloria für Sonntage und Martyrerfeste von Papst Symmachus Anfang des 6. Jahrhunderts zugelassen worden. Allerdings fragten nach Überlieferung des Abts Berno von Reichenau Priester noch im 11. Jahrhundert, warum sie das Gloria lediglich zu Weihnachten singen dürften. Spätestens zu Ende dieses Jahrhunderts dürfte jedoch das Gloria als fester Bestandteil des Messordnung in jener Form etabliert worden sein, die später von Papst Pius V. festgeschrieben wurde, in deutlicher Absetzung von weltlichem, vor allem kaiserlichem „Ruhm“ (vgl. Investiturstreit). Das Gloria gehört seither zum Ordinarium (den immer gleich bleibenden Texten) der Messe und ist von Komponisten aller Epochen vertont worden. Es wird in der katholischen Kirche in der Regel nur an Sonn- und Feiertagen außerhalb der Advents- und Fastenzeit gesungen. Am Gründonnerstag erklingt es feierlich und ist dann erst wieder in der Osternacht zu hören. Traditionell wird der Gemeindegesang zwischen diesen beiden Gloriae nicht von Instrumenten und auch nicht von den Glocken begleitet. In den Oktavwochen (Ostern und Weihnachten) wird das Gloria an jedem Tag gesungen. Credo Wortlaut Credo Lateinisch Deutsch Credo in unum Deum, patrem omnipotentem, factorem caeli et terrae, visibilium omnium et invisibilium. Et in unum Dominum Jesum Christum, Filium Dei unigenitum. Et ex Patre natum ante omnia saecula. Deum de Deo, lumen de lumine, Deum verum de Deo vero, genitum, non factum, consubstantialem Patri: per quem omnia facta sunt. Qui propter nos homines et propter nostram salutem descendit de caelis. Et incarnatus est de Spiritu Sancto ex Maria Virgine, et homo factus est. Crucifixus etiam pro nobis sub Pontio Pilato; passus et sepultus est, et resurrexit tertia die, secundum Scripturas, et ascendit in caelum, sedet ad dexteram Patris. Et iterum venturus est cum gloria iudicare vivos et mortuos, cuius regni non erit finis. Et in Spiritum Sanctum, Dominum et vivificantem: qui ex Patre Filioque procedit. Qui cum Patre et Filio simul adoratur et conglorificatur: qui locutus est per Prophetas. Et unam, sanctam, catholicam et apostolicam Ecclesiam. Confiteor unum baptisma in remissionem peccatorum. Et expecto resurrectionem mortuorum, et vitam venturi saeculi. Amen. (lateinische Fassung nach dem Messbuch der katholischen Kirche) Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt. Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaffen. Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden. Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein. Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater (und dem Sohn) hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten, und die eine, heilige, katholische* und apostolische Kirche. Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben in der kommenden Welt. Amen. (deutsche Fassung nach dem Messbuch der katholischen Kirche) Lavabo (Ritus) Lavabo (von lat. lavare: waschen) bezeichnet den symbolischen Ritus der Händewaschung eines Priesters im katholischen Gottesdienst. Ein Ministrant gießt bei diesem Ritus etwas Wasser über die Fingerspitzen des Priesters und fängt dieses mit dem Lavabotablett auf. Ein zweiter Ministrant reicht dem Priester das Lavabotuch zum Abtrocknen der Hände. Die Bezeichnung Lavabo für diesen Ritus stammt von dem ersten Wort des lateinischen Gebets, das ein Priester bei der Händewaschung im tridentinischen Ritus spricht: Lavabo inter innocentes manus meas... („In Unschuld will ich meine Hände waschen“). Im ordentlichen Ritus heißt es hingegen: Lava me, Domine, ab iniquitate mea („Herr, wasche ab meine Schuld“). Schlussevangelium Als Schlussevangelium bezeichnet man den "letzten Akt" einer Tridentinischen Messe. Der Priester liest auf der Evangelienseite meist von der dort befindlichen Kanontafel den Anfang des Johannesevangeliums (Joh. 1,1-14). Zuvor grüßt er das Volk mit dem üblichen Gruß "Dominus vobiscum" (dt.: "Der Herr sei mit euch"), auf welchen die Gemeinde antwortet: "Et cum spiritu tuo" (dt.: "Und mit deinem Geiste"). Hierauf bekreuzigen sich Priester, Leviten, Messdiener und Gemeinde mit dem dreifachen Kreuzzeichen, und der Priester kündigt mit den Worten "Initium sancti Evangelii secundum Joannem" (dt.: "Anfang des heiligen Evangeliums nach Johannes"), auf welches das Volk antwortet: "Gloria tibi Domine" (dt.: "Ehre sei dir, o Herr"), den darauf folgenden Abschnitt aus dem Evangelium an. Zu den Worten "Et verbum caro factum est" (dt.: "und das Wort ist Fleisch geworden") machen alle Beteiligten eine Kniebeuge. Das Evangelium endet mit der Antwort des Volkes: "Deo gratias" (dt.: "Dank sei Gott"). Nach dieser Lesung aus dem Evangelium endet die Messe. Unter Umständen kann auch ein anderes Evangelium zur Verlesung kommen. © 2005 Holger Peter Sanhofe http://www.nocturnale.de Von: klaus reinhardt [mailto:klaus.reinhardt@sunrise.ch] Gesendet: Mittwoch, 3. Dezember 2008 16:12 An: 'Paul Rutz' Betreff: Altartafeln Lieber Paul Vor einigen Wochen habe ich dem Museum Blumenstein die Altartafeln übergeben, die in der Jesuitenkirche gefunden worden waren und von denen Du mir gesagt hast, dass die Kirche sie nicht mehr brauche gemäss Beschluss der Kirchgemeinde). Bei der Übergabe hat sich – was mir erst heute wieder einfällt – herausgestellt, dass das Museum bzw. Frau Berndt, welche diese Abteilung und die Inventarisation betreut, keine Ahnung vom Verwendungszeck dieser Tafeln hat. Ich habe „sur place“ spontan aus dem Gedächtnis einige Angaben dazu gemacht, und sie hat etwas davon notiert, aber wohl nur sehr rudimentär. Damit das Aufbewahren aber überhaupt einen Sinn hat, sollte auch eine Erklärung über den Sinn und die Verwendung dieser jeweils 3 Tafeln (Schlussevangelium – Credo und Wandlung – Lavabo?) mitgeliefert werden, finde ich. Kannst Du so eine Beschreibung, die für Nicht-Katholiken verständlich ist, auftreiben oder verfassen (oder allenfalls ein Missale liefern, in dem das beschrieben ist, oder eine seinerzeitige bischöfliche oder sonst kirchenamtliche Beschreibung, oder etwas Ähnliches … )? Das ist nicht das vordringlichste Geschäft, aber wenn Du gelegentlich daran denken würdest …. Mit herzlichem Gruss Klaus Mittlere Tafel Links Gloria Gebet vor dem Evangelium Das Messbuch wird von der Epistelseite hinüber auf die Evangelienseite gestellt. Im Hochamt wird der Weihrauch gesegnet und der Diakon erbittet vom Priester den Segen. Im gewöhnlichen Amt betet der Priester selbst in der Mitte des Altares tief verbeugt: Munda cor meum ac lábia mea, omnípotens Deus, qui lábia Isaíæ Prophétæ cálculo mundásti igníto: ita me tua grata miseratióne dignáre mundáre, ut sanctum Evangélium tuum digne váleam nuntiáre. Per Christum Dóminum nostrum. Amen. Iube, Dómine, benedícere. Dóminus sit in corde meo et in lábiis meis: ut digne et competénter annúntiem Evangélium suum. Amen. Reinige mein Herz und meine Lippen, allmächtiger Gott, der Du die Lippen des Propheten Isaias mit einer glühenden Kohle gereinigt hast. So reinige auch mich in Deinem gnädigen Erbarmen, dass ich Dein heiliges Evangelium würdig zu verkünden vermag, durch Christus, unsern Herrn. Amen. Gib, Herr, mir Deinen Segen. Der Herr sei in meinem Herzen und auf meinen Lippen, damit ich würdig und angemessen sein Evangelium verkünde. Amen. Opferung des Brotes Der Priester erhebt die Patene mit der Hostie. Súscipe, sancte Pater, omnípotens ætérne Deus, hanc immaculátam hóstiam, quam ego indígnus fámulus tuus óffero tibi Deo meo vivo et vero, pro innumerabílibus peccátis, et offensiónibus, et neglegéntiis meis, et pro ómnibus circumstántibus, sed et pro ómnibus fidélibus christiánis vivis atque defúnctis: ut mihi, et illis profíciat ad salútem in vitam ætérnam. Amen. Nimm an, heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott, diese makellose Opfergabe, die ich, Dein unwürdiger Diener, Dir, meinem lebendigen und wahren Gott, darbringe, für meine unzähligen Sünden, Fehler und Nachlässigkeiten, für alle Umstehenden und auch für alle lebenden und verstorbenen Christgläubigen, damit sie mir und ihnen zum Heil gereiche zum ewigen Leben. Amen. Opferung des Weines Er erhebt den Kelch und opfert ihn auf mit den Worten: Offérimus tibi, Dómine, cálicem salutáris, tuam deprecántes cleméntiam: ut in conspéctu divínæ maiestátis tuæ, pro nostra et totíus mundi salúte, cum odóre suavitátis ascéndat. Amen. Wir bringen Dir, Herr, den Kelch des Heiles dar und flehen Deine Milde an, dass er zum Angesicht Deiner göttlichen Majestät für unser und der ganzen Welt Heil mit süßem Wohlgeruch emporsteige. Amen. Er stellt den Kelch auf das Korporale und bedeckt ihn mit der Palla. Gebet zur Selbstaufopferung Der Priester verbeugt sich tief und berührt mit den gefalteten Händen den Altar. In spíritu humilitátis et in ánimo contríto suscipiámur a te, Dómine: et sic fiat sacrifícium nostrum in conspéctu tuo hódie, ut pláceat tibi, Dómine Deus. Demütigen Geistes und mit zerknirschtem Herzen mögen wir von Dir angenommen werden, Herr, und so geschehe heute unser Opfer vor Deinem Angesicht, dass es Dir wohlgefalle, Herr und Gott. Tafel Mitte in der Mitte Anrufung des Heiligen Geistes Er richtet sich auf, erhebt die Augen und die geöffneten Hände zum Himmel, senkt sie wieder und betet: Veni, sanctificátor omnípotens ætérne Deus: et béne a dic hoc sacrifícium, tuo sancto nómini præparátum. Komm, Heiligmacher, allmächtiger, ewiger Gott, und segne a dieses Opfer, das Deinem heiligen Namen bereitet ist. Aufopferung zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit Leicht verbeugt spricht der Priester, mit den gefalteten Händen den Altar berührend: Súscipe, sancta Trínitas, hanc oblatiónem, quam tibi offérimus ob memóriam passiónis, resurrectiónis et ascensiónis Iesu Christi, Dómini nostri: et in honórem beátæ Maríæ semper Vírginis, et beáti Ioánnis Baptístæ et sanctórum Apostolórum Petri et Pauli, et istórum et ómnium Sanctórum: ut illis profíciat ad honórem, nobis au- tem ad salútem: et illi pro nobis intercédere dignéntur in cælis, quorum memóriam ágimus in terris. Per eúndem Christum, Dóminum nostrum. Amen. Nimm an, heilige Dreifaltigkeit, diese Opfergabe, die wir Dir darbringen zum Gedächtnis des Leidens, der Auferstehung und der Himmelfahrt unseres Herrn Jesus Christus und zu Ehren der seligen, immerwährenden Jungfrau Maria, des heiligen Johannes des Täufers, der heiligen Apostel Petrus und Paulus, sowie dieser und aller Heiligen, damit sie ihnen zur Ehre, uns aber zum Heil gereiche und die im Himmel unsere Fürsprecher seien, deren Gedächtnis wir auf Erden begehen, durch ihn, Christus, unsern Herrn. Amen. Verwandlung des Brotes Die heilige Wandlung ist der entscheidende Augenblick und der Höhepunkt der ganzen heiligen Messe. Wer eben kann, wird aus Ehrfurcht vor Gott niederknien. Der Priester nimmt die Hostie, schaut kurz auf zum Altarkreuz, neigt das Haupt, segnet sie, beugt sich über den Altar und spricht leise die Wandlungsworte. Qui prídie quam paterétur, accépit panem in sanctas ac venerábiles manus suas, et elevátis óculis in cælum ad te Deum, Patrem suum omnipoténtem, tibi grátias agens, bene a díxit, fregit, dedítque discípulis suis, dicens: Accípite, et manducáte ex hoc omnes. Hoc est enim Corpus meum. Dieser nahm am Abend, bevor er litt, Brot in seine heiligen und ehrwürdigen Hände, und indem er mit zum Himmel, zu Dir, Gott, seinem allmächtigen Vater, erhobenen Augen, Dir Dank sagte, seg a nete er es, brach es und gab es seinen Jüngern mit den Worten: Nehmet hin und esset alle davon, denn das ist mein Leib. Verwandlung des Weines Símili modo postquam cenátum est, accípiens et hunc præclárum Cálicem in sanctas ac venerábiles manus suas: item tibi grátias agens, bene a díxit, dedítque discípulis suis, dicens: Accípite, et bíbite ex eo omnes. Hic est enim Calix Sánguinis mei, novi et ætérni testaménti: mystérium fídei: qui pro vobis et pro multis effundétur in remissiónem peccatórum. Hæc quotiescúmque fecéritis, in mei memóriam faciétis. In gleicher Weise nahm er nach dem Mahl auch diesen erhabenen Kelch in seine heiligen und ehrwürdigen Hände, und Dir ebenso Dank sagend, segnete a er ihn und gab ihn seinen Jüngern mit den Worten: Nehmet hin und trinket alle daraus, denn das ist der Kelch meines Blutes, des neuen und ewigen Bundes - Geheimnis des Glaubens -, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Sooft ihr dies tut, tut es zu meinem Gedächtnis. Tafel Mitte rechts Credo Supplices te rogamus Súpplices te rogámus, omnípotens Deus: iube hæc perférri per manus sancti Angeli tui in sublíme altáre tuum, in conspéctu divínæ maiestátis tuæ: ut, quotquot ex hac altáris participatióne sacrosánctum Fílii tui Cor a pus, et Sán a guinem sumpsérimus, omni benedictióne cælésti et grátia repleámur. Per eúndem Christum, Dóminum nostrum. Amen. Demütig flehend bitten wir Dich, allmächtiger Gott: Lass dies durch die Hände Deines heiligen Engels zu Deinem himmlischen Altar gelangen, vor das Angesicht Deiner göttlichen Majestät, damit wir alle, die wir durch diese Teilnahme am Altar den hochheiligen a Leib und das a Blut Deines Sohnes empfangen, mit allem himmlischen Segen und mit Gnade erfüllt werden, durch ihn, Christus, unsern Herrn. Amen. NACHMESSE Mit geneigtem Haupt betet der Priester vor dem Altar: Pláceat tibi, sancta Trínitas, obséquium servitútis meæ: et præsta; ut sacrifícium, quod óculis tuæ maiestátis indígnus óbtuli, tibi sit acceptábile, mihíque et ómnibus, pro quibus illud óbtuli, sit, te miseránte, propitiábile. Per Christum, Dóminum nostrum. Amen. Es möge Dir wohlgefallen, heilige Dreifaltigkeit, die Huldigung meines Dienstes. Gewähre, dass das Opfer, das ich Unwürdiger vor den Augen Deiner Majestät dargebracht habe, Dir angenehm sei und mir und allen, für die ich es dargebracht habe, durch Dein Erbarmen zur Versöhnung gereiche, durch Christus, unsern Herrn. Amen. Rechte Tafel Vermischung des Weines mit Wasser Er macht ein Kreuz über das Wasser und gibt einen Tropfen davon in den Kelch. Deus a, qui humánæ substántiæ dignitátem mirabíliter condidísti, et mirabílius reformásti: da nobis per huius aquæ et vini mysté- Gott a, der Du die Würde der menschlichen Natur wunderbar begründet und noch wunderbarer erneuert hast, lass uns durch das rium eius divinitátis esse consórtes, qui humanitátis nostræ fieri dignátus est párticeps, Iesus Christus, Fílius tuus, Dóminus noster: Qui tecum vivit et regnat in unitáte Spíritus Sancti Deus: per ómnia sæcula sæculórum. Amen. Geheimnis dieses Wassers und Weines an der Gottheit dessen teilhaben, der sich gewürdigt hat, unserer Menschennatur teilhaftig zu werden, Jesus Christus, Dein Sohn, unser Herr, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Händewaschung Der Priester betet leise den Psalm 25,6 - 12. Lavábo inter innocéntes manus meas: et circúmdabo altáre tuum, Dómine: Ut áudiam vocem laudis, et enárrem univérsa mirabília tua. Domine, diléxi decórem domus tuæ et locum habitatiónis glóriæ tuæ. Ne perdas cum ímpiis, Deus ánimam meam, et cum viris sánguinum vitam meam: Inmitten von Unschuldigen will ich meine Hände waschen und Deinen Altar umgeben, o Herr, um die Stimme des Lobes zu hören und all Deine Wunder zu verkünden. Ich liebe, Herr, die Zierde Deines Hauses, den Wohnort Deiner Herrlichkeit. Lass meine Seele nicht mit Gottlosen verderben und mein Leben nicht mit Männern voller Blutschuld. In quorum mánibus iniquitátes sunt: déxtera eórum repléta est munéribus. Ego autem in innocéntia mea ingréssus sum: rédime me et miserére mei. Pes meus stetit in dirécto: in ecclésiis benedícam te, Dómine. Glória Patri, et Fílio, et Spirítui Sancto. Sicut erat in princípio, et nunc, et semper: et in sæcula sæculórum. Amen. In ihren Händen ist Unrecht, doch ihre Rechte ist voll von Geschenken. Ich aber wandle in Unschuld. Erlöse mich und erbarme Dich meiner. Mein Fuß steht auf dem rechten Weg, in den Versammlungen will ich Dich preisen, Herr. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. Linke Tafel Inítium sancti Evangélii secúndum Ioánnem. + Glória tibi, Dómine. Joh 1,1-14 In princípio erat Verbum, et Verbum erat apud Deum, et Deus erat Verbum. Hoc erat in princípio apud Deum. Omnia per ipsum facta sunt: et sine ipso factum est nihil, quod factum est: in ipso vita erat, et vita erat lux hóminum: et lux in ténebris lucet, et ténebræ eam non comprehendérunt. Fuit homo missus a Deo, cui nomen erat Ioánnes. Hic venit in testimónium, ut testimónium perhibéret de lúmine, ut omnes créderent per illum. Non erat ille lux, sed ut testimónium perhibéret de lúmine. Erat lux vera, quæ illúminat omnem hóminem veniéntem in hunc mundum. In mundo erat, et mundus per ipsum factus est, et mundus eum non cognóvit. In própria venit, et sui eum non recepérunt. Quotquot autem recepérunt eum, dedit eis potestátem fílios Dei fíeri, his, qui credunt in nómine eius: qui non ex sanguínibus, neque ex voluntáte carnis, neque ex voluntáte viri, sed ex Deo nati sunt. Man beugt das Knie: Et Verbum caro factum est, et habitávit in nobis. Et vídimus glóriam eius, glóriam quasi Unigéniti a Patre, plenum grátiæ et veritátis. + Deo gratias. = a Anfang des heiligen Evangeliums nach Johannes. + Ehre sei Dir, o Herr. Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe geworden, und ohne das selbe ist nichts geworden, was geworden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht erfasst. Es war ein Mensch von Gott gesandt, sein Name war Johannes. Er kam zum Zeugnis, damit er Zeugnis gäbe von dem Licht, auf dass alle durch ihn glauben. Dieser war nicht das Licht, sondern er sollte Zeugnis geben vom Licht. Er war das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht worden, und die Welt hat ihn nicht erkannt. Er kam in sein Eigentum, und die Seinigen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, welche nicht aus dem Geblüt, nicht aus dem Verlangen des Fleisches, auch nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des Eingeborenen vom Vater, voll der Gnade und Wahrheit. + Dank sei Gott.
Dating
2. Hälfte 19. Jahrhundert
Material / Technique
Druck auf Papier; Holz, vergoldet,; Glas
Dimensions
Höhe x Breite : b) 25.0 x 33.0 cm Höhe x Breite : a) 23.5 x 18.0 cm Höhe x Breite : c) 23.5 x 18.0 cm
Artists
Object-related numbers
2014.0288.a-c