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Spanschachtel

Description
Spanschachtel, leicht oval, aus Holz. Auf dem Deckel und der Rückseite rote Rückstände (evtl. Siegellack). Deckel beschrieben von Hand: "Herrn Oberst von Tugginer von Wartenfels Solothurn". Wurde als Behältnis für Papierkärtchen verwendet. Beim Besitzer der Spanschachtel dürfte es sich um Oberst Eduard Tugginger (1791-1859) handeln. Er war mit der Erbin des Schlosses Wartenfels verheiratet. So konnte er sich, spätestens nach dem Erbantritt durch seine Frau, ab 1849 „Tugginger von Wartenfels“ nennen. Jahrbuch für Solothurnische Geschichte, Band 10, 1937, S. 152-153: "Der vierte überlebende Sohn des Wilhelm Timotheus, EDUARD (Nr. 64), erreichte durch Heirat und Berufsarbeit noch einmal einen stattlichen Besitz, so gross, wie ihn sonst kein Tugginer besessen hatte. Eduard ist am 5. Juli 1791 geboren. Mit 18 Jahren folgte er seinen Brüdern Friedrich und Edmund und trat ebenfalls in das englische Regiment von Roll ein, das in verschiedenen Ländern des Mittelmeeres gegen Napoleon zu Felde zog. Mit den Brüdern kämpfte er 1812 und 1813 im östlichen Spanien. Am 13. April 1813 focht er so tapfer in der Schlacht bei Castalla, dass er wegen seines ausgezeichneten Verhaltens den spanischen Ferdinandsorden erhielt. Bei einem Sturme unter den Wällen von Taragona wurde er am 30. Juli 1813 verwundet und kam in Spitalpflege. Am 29. September avancierte er vom Fähnrich zum Leutnant. Im Jahre 1816, als das Regiment nach Italien verlegt worden war, kam er als Leutnant einer Scharfschützenkompagnie nach Malta, Korfu, Neapel und Sizilien. Hierauf wurde das Regiment gänzlich aufgelöst, und Eduard Tugginer kehrte heim. In Solothurn befehligte er als Major ein Bataillon, später wurde er zum Oberstleutnant befördert. Er war später auch Oberst im eidgenössischen Generalstab, trat aber 1832 von allen seinen militärischen Posten zurück. Während der Restaurationszeit sass er als Vertreter der Zunft zu Zimmerleuten im Grossen Rate. Von 1833 an widmete er sich ausschliesslich seinen Privatgeschäften, indem er eine Ziegelhütte und eine Gypsmühle betrieb bis zu seinem Tode. Er starb am 16. Januar 1865 im Alter von 74 Jahren. Am 30. März 1818 hatte er sich mit Elisabeth Altermatt (1795 August 28.—1875 Oktober 18.), Tochter des Obersten Joh. Baptist Altermatt (1764—1849), des Sohnes des Generals Jos. Bernh. Altermatt, und der Marg. Gugger, verehelicht. Elisabeth war eine reiche Erbtochter. Nach dem Tode ihres Vaters (f 1849) erbte sie den Königshof, Schloss Wartenfels und den Hof „Burg" bei Lostorf, sowie ein Haus an der Gurzelngasse (das heutige Adlerhaus) und brachte dieses grosse Vermögen in den Besitz der Familie Tugginer."
Material / Technique
Holz
Dimensions
Länge x Breite x Höhe : 10.5 x 14.0 x 3.6 cm
Artists
Object-related numbers
2023.0652.01